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 "In der Eisenbäckerei..." - Bergesgrolls Handwerkswaren

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Afarus



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BeitragThema: "In der Eisenbäckerei..." - Bergesgrolls Handwerkswaren   Do Jun 28 2018, 01:29

Wer Thelsamar von der Station Algaz aus, also von Norden her kommend, betritt, dem wird gleich zur Linken im Ort ein Haus mit stattlichem Eingang auffallen.
Vor diesem Haus befindet sich ein Banner mit sich kreuzendem Hammer und Spitzhacke, darüber ein klassisches, beschlagenes Holzschild. Auf diesem ist ein dunkelgrauer Berg, auf dem sich Hammer, Zange und Schere kreuzen, zu sehen. Ganz klar, hier muss jemand wohnen, der mit dem Handwerk einiges am Hut hat.

Afarus Bergesgroll ist ein stämmig gebauter, älterer Zwerg, der eigentlich stets von einer Patina aus Schweiß, Staub und Ruß bedeckt ist. Die Hände sind von deutlichen Schwielen gekennzeichnet, die Haut ist grob, wettergegerbt, weist teilweise alte Brandnarben von Metallspritzerchen auf und ist gleichwohl meist von Ruß bedeckt. Einige Haare des offenen getragenen Bartes sind ebenfalls angesengt. Man braucht nicht lange, um abschätzen zu können, dass dieser Zwerg in der Metallverarbeitung tätig ist. Dafür spricht auch die meist getragene leichte, lederverstärkte Kettenrüstung und die häufig dazu getragenen Handschuhe - ganz zu schweigen von der abgewetzten, schweren Lederschürze und dem zumeist mit sich geführten Werkzeugsortiment in einer wohl sortierten Gürtellade.

Die Stimme ist ein tiefer Bass und der Blick ist zumeist ernst und wachsam, wenn auch er gerne feixend grinst oder sich den ein oder anderen Scherz erlaubt. Wenn er gerade weder arbeitet, noch seine Kunden betreut, stemmt er gerne die Arme in die Seite und streckt die beachtliche Wampe heraus - oder nimmt einen Schluck vom stets bereitstehenden Krug.

Sein Wohnhaus, das ihm gleichsam als Warenlager und Werkstatt dient, ist ein dem felsigen Grund Thelsamars abgerungenes, klassisches Zwergenhaus. Ebenerdig werden die Waren und Rohstoffe in Kisten, Fässern und Rucksäcken gelagert, weiter unten ist sein schlicht eingerichteter Wohnraum mit einigen Andenken aus einem langen Handwerkerleben. Die Werkstatt besteht aus einer kleinen Esse mit Abzug, einem Amboss, einer breiten Werkzeughalterung an der Wand und einer Werkbank. Scheinbar werden dort auch schlichte Griffe aus Holz geformt, wenn auch dies auf den ersten Blick nicht Teil seiner Arbeit ist. Seine eigenen Werkzeuge, die er in seiner langjährigen Tätigkeit wohl alle selbst geschmiedet hat, sind in allen Formen und Variationen vorhanden - große, schwere Hämmer ebenso wie kleine zierliche Dengelhämmer, große wie kleine Zangen, Blechscheren, Sägen, Feilen und Meißel.
An der Werkbank hingegen hält sich das Sortiment in Grenzen. Neben einer Drechselbank und ein paar verschiedenen Drechslern sind dort Holzfeilen, Stemmeisen, Hämmer, Nägel und Nieten bereitliegend - alles ordentlich aufgereiht und an seinem Platz, frei herumliegende Späne trifft man nicht an - Ordnung ist für ihn wohl die halbe Miete.
So eingerichtet kann man schon allerhand Werkzeug schmieden und reparieren.
Ein paar Utensilien deuten aber auch auf die eigentliche Meisterschaft des Zwerges hin - nicht die Grobschmiede ist es, sondern eher das Gießerhandwerk, das ihn auszeichnet. So sind an der Esse auch einige Gießerlöffel und Formen für Alltagswaren wie Gewehrkugeln und dergleichen aufgereiht. Gut ausgestattet ist der Herr auf jeden Fall.

Ein Teil dieses Interieurs kommt wohl mit auf Reisen, wenn sich der alternde Zwerg mal wieder entschließt, auf einem Markt seine Waren und Dienste feilzubieten oder er von Hof zu Hof in Zwergen- und Menschenlanden zieht, um den Bauern vor Ort eben diese Dienste anzubieten. Da wird schon einmal ein Pflug wieder Feldtauglich gemacht oder ein Ackergaul beschlagen - Handwerk scheint sein Leben zu sein.
In einem metallbeschlagenen Kasten bewahrt der Zwerg sein wertvolleres Habe auf. Neben ein paar Goldbarren für die feinere Kundschaft ist dort der Verdienst seiner Handwerker- und Händlertätigkeit der letzten Monate aufbewahrt, bis er diese malwieder auf die Bank in Eisenschmiede trägt. Dort hortet er wohl schon seit mindestens einem Menschenleben sein Habe.
Ist er auf Reisen, so stehen ihm fünf Widder bei, die sich ansonsten vom köstlich-saftigen grünen Gras der Thelsamarer Heide sattfressen. Freilaufend, aber ohne Türmerdrang sind sie immer in Reichweite eines lauten Pfiffs vom Meister. In Rucksäcken und kleinen Kisten wird dann die Ware des Zwergs oder sein Handwerkszeug auf die Tiere geladen und los geht's.
Auch ein Zelt für den Markt und eine kleine fahrbare Werkstatt ist im Repertoire.







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Afarus



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BeitragThema: Ein erster großer Guss wird vorbereitet...   Do Jun 28 2018, 02:10

Für den heutigen Tag hatte sich Afarus einiges vorgenommen. In aller Ahnen Frühe hatte er sich ans Bleikochen gemacht und einen großen Vorrat an Bleikugeln nach Kantras Steinaxt's Vorbild gefertigt. Zum Vormittag hin ging es dann bei einer gemütlichen Pfeife und einem ersten Bier in der Taverne an die Auslieferung der Waren und da ihn sein Weg sowieso auch zu Kantras' Haus an den See führte, brachte er gleich Angel und Eimer mit und warf den Haken aus bis kurz vor Mittag. Mit einem spärlichen Fang beladen und wohl hungrig ging es zurück zum Haus, um eine kärgliche Fischsuppe zu kredenzen.

Während diese so vor sich hin köchelte bereitete der Meisterschmelzer mit dem Spaten in der Hand die Gußgrube für den nächsten Tag vor. Einige Schritte von Thelsamar entfernt hin zum See, wo der Boden erdiger und lehmreich wurde, begann er mit der schweißtreibenden Arbeit. Ein Glück, dass sich alsbald auch einige willige Helfer der Gemeinde Khaz Mogoths einfanden, die ebenso mit Schaufeln und Fleiß bekleidet waren.
Einige Stunden später stand man in einer runden Grube mit etwa drei Schritt Durchmesser und einer Tiefe von zwei Zwergenhöhen, dass es so lang dauerte war aber sicher auch darin begründet, dass der Zwerg noch seine Fischsuppe und die ganze Truppe ein paar Krüge kühles Bier genoss. Nichtsdestotrotz ging es zum späten Nachmittag hin ans Lehmrühren.
Einen runden Holzpfahl in der Mitte wurde daran mit lehmziegeln hochgemauert, eine runde Säule, die - nachdem Maß an der Kanone genommen war - das Kaliber der Kanone umfasste. Es folgte eine Lehmschicht, die genau abgedichtet und so lange nachgearbeitet werden musste, bis aber auch kein Fehler mehr in der Oberfläche war. Dann wurde eine Schablone, die exakt dem Innenlauf der Kanone angepasst wurde, auf den Holzstab aufgesetzt und im Kreis entlang am Lehm vorbeigezogen. Wo noch etwas fehlte, kam etwas dazu - wo zuviel war, wurde weggenommen und verteilt. So lange bis die Säule ein exaktes Ebenbild dessen war, wo später nichts sein sollte - im Kanonenlauf.
Zum frühen Abend hin war auch diese Arbeit erledigt, viele Hände - schnelles Ende. In der Zwischenzeit brachte eine Reihe von Widdern und Zwergen die Kanone herbei, die ersteinmal abgeschraubt und zur Seite gelegt wurde - ebenso einige Barren Eisen, ein Haufen Kohle, Altschrott und etliche Eimer Wasser. Nachdem die Lafette von ihrer Last befreit war, wurde auch sie auseinandergebrochen. Alles Metall wanderte auf den Haufen Schrott, das Holz aber wurde vorsichtig um das Säulenartige Lehmziegelkonstrukt in der Mitte aufgeschichtet, entzündet und belassen, bis es heruntergebrannt war. Dabei ließen sich die Zwerge natürlich eine Pause angedeihen, die mit kräftigem Essen und Bier aus dem Hause Steinaxt gesponsert wurde.
Die wenigen verbliebenen Stunden bei Licht sollten es aber noch in sich haben.
Auf die Laufsäule wurden nun zur Kühlung einige Eimer Wasser gegossen, ehe man vom Metzger und Thain gespendetes Tierfett und -talg auftrug, darüber eine dickere Säule Mist. "Da habt ihr schon mal eure Mistkanone!", kommentierte der Schmelzermeister das Geschehen nach der Vollendung. Eine weitere Schicht Tierfett und -talg folgte wiederum auf den Mist, ehe es nochmal ans Lehmwerk ging. In der Zwischenzeit wurde ein provisorischer Kran aufgestellt, der wiederum einen Widderantrieb haben sollte. Wozu das gut sei wurde nicht nur einmal gefragt, immerhin wird die Kanone ja nicht schon in zwei Tagen fertig sein. Auch wozu die Mistkanone war wurde dem Schmelzermeister nicht immer höflich an den Kopf geworfen, aber der lachte immer, winkte ab und sagte "Wart's nur ab, Bürschchen."
So wurde auf der Mistkanone noch einmal eine Lehmwand aufgetragen, die nun wesentlich größer aussah als die Kanone - und erneut folgte mit Brennholz und Kohle angefacht, doch weniger vorsichtig gehandhabt wie bei der Laufsäule, ein großer Brand. Damit neigte sich auch schon dieser Arbeitsreiche Tag zum Ende und die Zwerge genossen noch ein paar weitere Bier in der Taverne, ehe man sich geplagt und müde ins Bett begab.

Mit dem Aufgehen der Sonne und einem Gebet an die Ahnen erhob sich auch an diesem Freyja geweihten Tag der Schmelzermeister wieder aus der Versenkung. Mit Besen und Feingefühl wurde die Asche des großen Feuers nun von der Kanonenform gekehrt und in der Grube verteilt. Mit der Hilfe der ersten eintreffenden Zwerge und einigen Widdern wurde die Außenform von der Mistkanone gehoben und die hartgebackene Mistkanone abgebrochen und weggeschaufelt. Auch die angehobene Außenform wurde von innen gut ausgekehrt und sogar ausgewaschen, darauf folgte die Innenform. Erst als das getan war wurde die Außenform wieder auf die Innenform gestülpt, langsam, vorsichtig, und mit Zwergenantrieb - denn jede Fingernagelbreite zählte bei diesem Werk. Beim achten Versuch, nachdem schon alle Arten von Verwünschungen gegen den Schmelzermeister gefallen waren, der diese nur grinsend annahm, war jener auch zufrieden - und verabschiedete die Zwerge zu einem erneuten Bier und Mahlzeit in die Taverne.
Nach der verdienten Ruhepause ging es nun daran, das Loch zuzuschaufeln - bis die Erde fest gestampft und nur ein Lehmring mit einer großen und zwei kleinen Löchern übrig blieb. Nebenan, auf dem festen Boden, wurde nun eine Art Brunnenschacht aufgeziegelt und gut mit Lehm abgedichtet. Darin wurde Kohle, Alteisen und zuletzt auch die Kanone selbst eingemauert - wieder unter Zuhilfenahme des Krans, weswegen sich nun einige anfängliche Kran-Skeptiker als Narren bezeichneten und so langsam die Erfahrung des Schmelzermeisters vollends respektierten. "Ich hab's euch gesagt, wartet einfach ab.", wiederholte der sporadisch.
Unter dem Hochofen wurde eine eigene Kammer eingehalten, und auch ein mit einem Ziegel verschlossenes, über dieser Kammer entspringendes Loch wurde belassen. In die Kammer wurde nun neben einer Schicht Kohle auch vor allem Pech und Torf aus dem nahe gelegenen Sumpfland geschichtet. Zu guter letzt wurde eine Ziegel- und Lehmrinne vom Loch im Hochofen hin zur Öffnung in der Form gebaut, dann war auch diese Arbeit getan und die Zeit einer vorabendlichen Pause angebrochen.

Der Guß sollte wohl noch am selben Abend erfolgen - doch diese Geschichte wird an dieser Stelle (ersteinmal) nicht erzählt...
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