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 [Rollenspiel] Abenteuerjournal

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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mo Okt 13 2014, 13:35

Beim Eisengipfel, Teil 2 - nach ersten Kämpfen
Kopf hoch. Augen nach vorne halten und nicht zurückblicken. Stolz das Kinn erhoben lassen. Niemals wanken oder einknicken.
Es mutierte zu Luzulas inneren Mantra, was sie immer und immer wieder durch den Kopf scheuchte, um sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Sie war verdammt nochmal keine ausgebildete Heilerin, aber jetzt sah sie sich mehreren – zum Teil schwerverletzten – Zwergen gegenüber, die alle Hilfe benötigten. Blut tränkte die Rüstungen und besudelte den Asche überzogenen Boden. Alles, was sie an Heilkunst verinnerlicht hatte, waren rudimentäre Methoden aus dem Schwarzfels, die in Eisenschmiede wohl für zusammengerollte Fußnägel bei Nissa Feuerstein sorgen würde. Blutgefäße mit einem glühenden Schüreisen zubrennen, um heftige Blutungen zu stoppen, Reinigen der Wunden mit dem hochprozentigen Sulfuronwasser, aber immerhin nicht mehr das Einreiben der vernähten Haut mit reiner Asche. Ohne Grindol und seine Salben und Tränke, die er zwar nur in kleiner Menge bei sich führte, jedoch hatte, wäre es wohl unangenehmer für ihre Patienten gewesen.
Drei Zwerge hingegen bekamen jeweils einen Heiltrank, damit sie nicht verstarben, weil die Verletzungen zu schwerwiegend waren, als dass Luzula eine brauchbare Hilfe gewesen wäre. Im Grunde war sie schlichtweg mit der Masse überfordert gewesen und wäre ohne Garbolosch und Grindol als Assistenz vermutlich verzweifelt. Alles Jammern im Stillen half jedoch nicht und nach einer schier endlosen Zeit war auch der letzte Soldat verpflegt worden, sodass die Dunkeleisenzwergin endlich auf ihr Nachtlager plumpste und sich auf den Rücken warf. Ihre Muskeln jaulten erbärmlich nach Rast und die Augenlider wollten sofort zufallen, aber wie ein kleiner Dorn stachen ihr die Ereignisse des Tages in den Nacken und hielten sie unerfreulich wach... Schwelbrands Brief aus Eisenschmiede mit einer Abschrift der Hasspredigt, die dort kursierte. Die Ablehnung eines Soldaten wegen einer Behandlung durch graue Hände. Wieso nagte das so heftig an ihr, wenn es doch soviele Zwerge gegeben hatte, die an diesen Abend dankbar für ihre Hilfe waren? Warum fraß es sich wie ein Parasit in ihren Leib, wenn auch in der Stadt viele Einwohner ein gutes Verhältnis zu ihrem Clan pflegten?
Luzula brummte launisch und rieb sich über die müden Augen, ehe sie sich erschöpft zur Seite wälzte und den aschgrauen Säugling beobachtete, der längst eingemuckelt in weichen Decken eingeschlafen war. Verflucht noch eins, sie wollte schlafen...
Der morgige Tag würde alle nochmal auf eine Probe stellen. Wenn es nochmal auf einen vollkommen unerwarteten Kampf hinauslief, würde es wohl doch Tote in den eigenen Reihen geben. Und das alles für einen ihr unbekannten Than... War der Kerl das überhaupt wert? Die Zauberin schob die Schuhe von den Füßen und löste mehr schlecht als recht den strengen Haarknoten. Er musste es wert sein. Wenn er lebendig gerettet wurde, dann folgerte daraus nochmal ein gutes Licht für den Flammenhort und die Dunkeleisenzwerge. Hoffentlich...

Nichts half.
Luzula war hundemüde und starrte trotzdem seit einer geschlagenen Stunde an die Zeltdecke. Der Wind rauschte außerhalb des Nachtlagers und zerrte an den Planen. Feiner Aschestaub prasselte unerlässlich gegen den Stoff und wurde zu einem permanenten Hintergrundrauschen. Im Zelt selbst war es beinahe unheimlich still. Garam schlief dicht an ihrer Seite, aber nur sein feuerrotes Haar schaute unter der Decke hervor. Der Säugling hingegen kuschelte sich an ihre andere Flanke und nuckelte leise am Stoffgespenst. Es hätte wie ein perfekt gemaltes Bild aus einem Buch sein können, um eine friedliche Idylle einer Familie zu zeigen, wüsste Luzula nicht genau, dass vor dem Zelt in anderen Unterkünften noch verletzte Soldaten lagen. Hätte sie nicht die Heiltränke aus der Phiole gekauft, wäre einer vielleicht an seinen Wunden erlegen...
Mit einem sachten Schmunzeln schloss die Dunkeleisenzwergin die Augen und seufzte tonlos. Seine Dankbarkeit war ein milder Balsam gewesen und hatte – ohne sein Wissen oder auch nur die Ahnung zu haben, was die Zauberin im Hinterkopf plagte – ihr neue Zuversicht geschenkt.
Noch an diesem Morgen waren Briefe aus Eisenschmiede angekommen. Zwar mochten sie am Eisengipfel sein, aber auch nicht abgeschnitten von der Welt. Aber allein am Datum hatte sie bemerkt, dass das Schreiben von Schwelbrand auch nicht mehr das aktuellste war.
Predigten tauchten in Eisenschmiede auf. Hasstiraden gegen ihr Volk...
Beschimpfungen auf Gnom, Menschen, aber vorallem mit den Dunkeleisenzwergen als Wurzel des Bösen. Sollte sie sich geschmeichelt oder bedroht fühlen? Sollte sie diese Sache ernst nehmen? Hinter dem „Irdenen“ konnten mehr Personen stecken. Ein ganzer Kreis, der heimlich diese Pergamente an die Bretter der Häuser schlug und versuchte Gleichgesinnte im Volk zu finden, denen sie ein Dorn im Auge waren. Luzula presste die Lippen schmal zusammen und drehte den Kopf zum Nachwuchs. Sie musste diese Schriften ernst nehmen, was blieb ihr schon für eine andere Wahl? Seit Jahren tat sie nichts anderes als das existierende Bild des bösartigen und widerlichen Dunkeleisenzwergen, einem Monster des Schwarzfelsen, zu widerlegen. Mit den Waffen der Höflichkeit, Demut und nahezu unterwürfigen Respekts. Bei den Ahnen, es hatte gefruchtet! Vieles hatte sich zum besseren gewendet und die Mühen schienen sich endlich auch auszuzahlen... und sie sollte verdammt sein, wenn dieser Irdene ihre Lebensaufgabe mit diesen widerlichen Schriften zu kippen brachte! Er wollte den Krieg über das Wort? Er sollte ihn bekommen und sich schonmal warm anziehen.

Noch während Luzula noch bis tief in die Nacht wach lag und darüber nachdachte, wie die Verletzten morgen zu behandeln wären, ob und wie sie eine Rede beim Rat gegen diesen Hassprediger verfassen sollte, lauerte im Hinterkopf noch das Bild eines Soldaten... der die pflegende Behandlung nicht haben wollte.
Weil sie eine Dunkle war...
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Di Aug 11 2015, 18:45

Wer stark sein will, muss leiden
Luzula klatschte sich kaltes Wasser ins Gesicht und stemmte die Arme neben die Waschschüssel. Ihr Kopf hing kraftlos herab und Tropfen perlten plätschernd aus dem wirren Haar. Ihr Atem rasselte noch immer schwer und jedes Mal, wenn sie tiefer Luft holte, schienen sich noch bleierne Arme um sie zu schlingen und den Brustkorb zu zudrücken. Wie wäre es bloß ohne Grindols Schmerzmittel? Sie wollte es im Moment noch nicht wissen. Keuchend hob die Dunkeleisenzwergin den Schädel an, um ihr Spiegelbild zu mustern.
Quetschungen und Blutergüsse säumten ihre Arme und die Seiten des Rumpfes in schillernden Farben. Ihrem steif und hart gewordenen Rücken nach zu urteilen sah es dort keineswegs besser aus...
Seufzend zupfte die graue Zwergin das Brusttuch zurecht und drückte sich vom Tisch zur Gänze ab.
Immerhin kein Schlag ins Gesicht...
War das etwa ihre einzige Sorge? Luzula schnaubte belustigt über sich selbst aus und zerrte das weite Nachthemd über den Kopf, bevor sie nochmal zurück auf die Waschbank plumpste. Der Trank zeigte seine versprochene Wirkung allmählich nur zu deutlich. Die Sicht verschwamm ständig vor den Augen und die schwer gewordenen Lider flatterten im Kampf gegen die Müdigkeit an. Schwindelig war ihr zwar nicht unbedingt, aber die Beine waren weich wie Pudding. Benommen merkte die Zauberin nicht einmal, wie sie rücklings an der Wand in sich einsank und noch halb im Sitzen auf der Bank einschlief. Die Dunkelheit legte sich einfach wie ein Mantel um ihre Schultern, raubte die Sicht auf die kleine, flackernde Kerze neben der Wasserschüssel, lullte die pochenden Schmerzen friedlich ein und drückte ihren Kopf wie leblos auf eine Schulter...

Das sanfte Pochen war auch das Erste, was Luzula wieder in die Sinne kam.
Brummend blinzelte die Zwergin erschöpft und starrte müde zur Wand über sich. Ihr Rücken war knüppelhart, lag aber kerzengerade im Bett. Etwas verwundert tastete die Dunkle noch über die wattierte Decke und lugte schief zu den schweren Vorhängen, die wie gewohnt penibel den Schlafbreich vom restlichen Zimmer abtrennten.
Ob Garam sie in der Waschküche gefunden und hergetragen hatte?
Die Dunkle schloß seufzend die Augen und lauschte in den Raum hinein. Das Kratzen einer Feder über Papier war zu vernehmen, leises Klimpern von Münzen, sowie dumpf auch das geschäftige Gebrabbel ihres älteren Sohnes.
Bei den Ahnen, wieviel habe ich wohl diesmal verschlafen...


Gerüchte
Zwielichte Gestalt: Psssssssssst!
Bürger: Wer ich?
Zwielichte Gestalt: Ja du komm mal her!
Bürger: *schaut sich um* Was ist den?
Zwielichte Gestalt: Ich hab was Brandheißes!
Bürger: Brandheiß? ganz sicher
Zwielichte Gestalt: Aye. Heißer gehts nicht kaum noch.
Bürer: Dann lass hören.
Zwielichte Gestalt: Du kennst doch sicher auch diesen Siedefaust.
Bürger: Der niemals sein Weib aus den Augen lässt?
Zwielichte Gestalt: Genau der.
Bürger: Was ist mit dem?
Zwielichte Gestalt: Der ist weg!
Bürger: Wie weg?
Zwielichte Gestalt: Na, halt weg! Nicht mehr da! Ob der überhaupt wieder auftaucht soll fraglich sein!
Bürger: Eh, nun übertreib nicht. Wo sollte der hin sein?
Zwielichte Gestalt: Was weiß ich, aber die Rundekugel überlebt doch keinen Hinterhalt! Das ist die CHANCE
Bürger: Die Chance für was?
Zwielichte Gestalt: Na um sich an seine OLLE ran zu machen!! Sie erbt sein ganzen Zaster! So wie der mit Juwelen behangen ist, muss der doch Kies ohne Ende haben.
Bürger: EEEEEH! biste da nicht etwas vorschnell? Ich meine DIE wird doch nicht grundlos dem Dicken das sagen über den Orden von Flammenwerfern übergeben haben?
Zwielichte Gestalt: Dem helfen seine Flammen doch nicht weiter ,wenn bereits ein Dolch von hinten sein Herz durchbohrt hat.
Bürger: Ich weiß nicht. Das riecht mir irgendwie nach einer Falle.
Zwielichte Gestalt: Weichbart, dann frieste weiter dein elendes dasein, ICH versuche mir den Zaster unter den Nagel zu reißen!
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Do Jan 21 2016, 15:30

Zwiegespräche
Was in aller Welt war geschehen? Wann war der Zeitpunkt erreicht, wo ihr Leben aus den Fugen geriet? Hatte sie es bereits verpasst oder gab es doch noch ein Zurück? Eine winzige Chance, dass sie nicht tiefer in den Wahnsinn abrutschte? Wurde vielleicht bloß die gesamte Welt um sie herum verrückt?
Ihr Schädel schmerzte, mehr denn je. Das beständige Pochen im Kopf kam dem Schlagen von Pauken gleich und dröhnte unerlässlich, sodass alle anderen Geräusche zu Hintergrundrauschen verkamen. Unter geschafften Schnaufen vergrub Luzula ihre spindeldürren Finger im Haaransatz und sank mit dem Rücken zur Wand auf den Boden herab. Die kleine Waschkammer wurde bloß von zwei Öllampen beleuchtet, die von der niedrigen Decke hingen. Das heiße Wasser im Zuber war noch ungerührt. Dampf schwappte in feinen Wolken über den Rand und kräuselte sich in die Höhe. Der herbe Geruch verschiedener Öle brannte immer kräftiger in der Nase, bis es der Dunkeleisenzwergin Tränen in die Augen trieb.
„Wir wissen beide, dass es nicht mehr lange gut gehen wird.“
Die weiche Stimme ließ Luzula aufhorchen und das Hämmern im Kopf für den Moment halbwegs verdrängen. „Jetzt, wo der Paladin soviel weiß. Eigentlich hatte ich gedacht, dass du dazugelernt hast, Luzula. Warum hast du ihr soviel erzählt?“
Die magere Zauberin blickte das erste Mal wieder auf und schürzte betroffen die Lippen. Das Gesicht ihres Gegenübers zierte ein sanftes, beinahe mütterliches Lächeln. Dennoch kannte sie diesen Ausdruck in der Mimik. Eine Antwort wurde verlangt und ein Schweigen würde die andere Frau niemals akzeptieren. Das tat sie nie und auch heute würde sie ihren Finger in die Wunde bohren, sollte Luzula auch bloß den Versuch wagen.
„Ich... ich weiß nicht mehr weiter. Ich wusste es gestern auch nicht. Vielleicht hätte Balinde eben doch eine Lösung.“, flüsterte Luzula atemlos und legte das spitze Kinn niedergeschlagen auf den Knien ab.
„Es gibt für dein Problem aber keine simple Lösung. Ebenso keine, die ein Paladin aus dem Hut zaubern könnte. Was, wenn sie mit deinem Ehemann sprechen will, sobald er von seiner Reise zurückkehrt in einer Woche? Was, wenn sie ihm berichtet, wie schlecht es dir geht? Dann wird er denken, dass du nicht in der Lage bist alleine zurecht zu kommen. Was wiederum zur Folge hat, dass...“
„Er mich wieder schärfer kontrolliert.“, beendete die Dunkle den Satz betrübter und musterte unsicher die andere Zwergin, welche sich ebenfalls auf den Boden gesetzt hatte. Allerdings auf der anderen Seite der Kammer. Ihre Arme lagen gemütlich auf den Knien und die glutroten Augen erwiderten Luzulas suchenden Blick, bevor ihre Lippen ein zuversichtliches Lächeln zierte. „Richtig. Dann ist es bloß eine Frage der Zeit, bis er auch von mir erfährt – und du weißt, dass wir das tunlichst vermeiden sollten, nicht wahr? “
Die hagere Zauberin nickte hastig und wischte sich über das bleiche Gesicht.
„Recht so, es wäre unvorteilhaft, wenn ihm dann bewusst wird, dass du doch die ganze Zeit über meine Hilfe hattest. Zur Zeit kann er Rückendeckung gebrauchen und keine weitere Last am Bein. Niemand kann zweiteres gebrauchen, auch kein Paladin. Man verlässt sich auf dich, Luzula. Du musst nun mal zu einem gewissen Grad Standhaftigkeit immer bewahren und keine Schwäche zeigen. Es gibt da draußen ohnehin niemanden, der das verstehen würde. Das hast du gestern doch auch bemerkt, mh? Sie verstand nicht, was es heißt eine Bestimmung zu besitzen. Garam versteht es ebenfalls nichts, aber wir beide schon. Auch wenn wir da unterschiedlicher Meinung sind.“
„Das waren wir schon häufiger.“ Luzula hob einen Mundwinkel zum traurigen Schmunzeln an und rieb sich rasch über die glasigen Augen. „Aber was sollen wir nun tun? Xolsch... e-er... er ist immer noch da draußen.“
Allein der Gedanke an ihn löste Krämpfe im Magen aus und der Schmerz im Schädel schwoll bedrohlich an. „Mir gefällt es auch nicht, dass dein Ehemann mit ihm offenbar zu handeln gedenkt. Aber überlasse das ruhig mir. Ich werde mich darum kümmern.“ Das Lächeln der anderen Dunkeleisenzwergin bekam etwas unheimliches, als sie einen schmalen Dolch aus dem Stiefel zum Vorschein holte und sich in der Klinge selbst betrachtete. Luzula hingegen versteifte sich augenblicklich und horchte angespannt zu. „Wenn ich Xolsch erwische, wird sein Blut den Boden von Eisenschmiede tränken... und niemand jemals erfahren, wer dahinter steckt. Du musst bloß das Spielchen mitmachen, lächeln, nicken und schweigen. Schaffst du das?“
„I-ich...“ Luzula zögerte und zuckte erschrocken zusammen, als die Zwergin sofort schärfer nachbohrte: „Schaffst du das?“
„Ja.“ Sie schluckte klamm und erhob sich gemeinsam mit ihrem Gesprächspartner vom Boden – auch wenn ihre eigenen Beine noch zitterten. Ächzend schüttelte sie die steifen Gliedmaßen aus und kaum dass sie den flackernden Blick wieder anhob, herrschte gähnende Leere im Zimmer. Verwundert suchten die lodernden Pupillen noch nach der Vertrauten, bis sie an dem beschlagenen Wandspiegel hängen blieben und Etwas aus ihrer Hand auf den Steinboden schepperte...
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mi Feb 10 2016, 14:38

10.Tag des 2.Monats, Nachts
Der ältere Dunkeleisenzwerg brummte zufrieden, als sich seine Füße dem knisternden Kaminfeuer entgegen streckten und die Wärme unter den Sohlen spürten. Die lodernden Flammen erhellten das kleine Zimmer zur Genüge und rahmten das schlichte Mobiliar in orangenes Licht. Schweigend kämmte der Mann durch seinen ergrauten Bart und richtete die zahlreichen, funkelnden Schmuckringe, die darin leise klirrend gegeneinander stießen. Sonderlich gut waren seine Pläne nun wahrlich nicht vorangeschritten. Es gab keine nennenswerten Fortschritte, oder besser gesagt nicht solche, wie er sich anfangs erhofft hatte.
"Das hat man davon, wenn man sich auf andere verlässt, Groll."
Xolsch richtete die glühenden Augen auf den bulligen Köter, der hinter dem Sessel lag und bloß träge den Kopf anhob, als sein Herr das Wort an ihn richtete. Die vernarbte Schnauze des Tieres schnupperte in der stickigen Luft. Speichelfäden tropften auf den steinernen Boden und die speckigen Pfoten des Hundes. Mit einem Schmunzeln drehte sich der Dunkeleisenzwerg wieder dem Feuer zu, während Grolls Rute noch fröhlich über die Aufmerksamkeit des Mannes auf dem Boden trommelte.
"Wie gut, dass wir inzwischen wissen, dass auf niemanden Verlass ist und dies in den Berechnungen eingezogen haben. Aber was erzähle ich das schon einem dummen, dicken Köter, was?"
Xolsch schnaubte belustigt aus und drückte die Fingerspitzen zu einem Dach angespannt gegeneinander, während sein Blick sich erneut in die Flammen bohrte. Stille legte sich wieder in den Raum, bis auf das gelegentliche Knacken des Holzes im Kamin. Ruhe war eingekehrt und die Müdigkeit holte den Herrn langsam ein, sodass die schweren Augenlider zufielen und sein Kinn auf die Brust sackte...

Gefühlt waren es bloß Sekunden, als Xolsch erschrocken die Augen aufriss und beinahe aus dem Sessel stürzte. Ein Horn dröhnte in seinen Ohren und erfüllte kraftvoll das ganze Haus, sicherlich auch weit raus bis auf die Straße.
Der Alarmzauber!
Der bullige Mastiff war ebenfalls unlängst auf die Beine gesprungen und wetzte mit einem tiefen Grollen die Treppenstufen nach oben. Xolsch sah das Tier noch soeben in den Schatten verschwinden, bevor Flammen den Treppenflur ausfüllten und ein erbärmliches Jaulen selbst im Tosen des Zaubers zu hören war. Mit Wucht polterte der Hund die Stufen zurück und schmetterte rücklings gegen die Wand. Er zuckte benommen mit den Pfoten und schlackerte seinen breiten Schädel, doch aus dem Flur stand der Verfolger bereits über das Tier gebeugt und zog eine Klinge aus dem faltigen Hundenacken.
Zwei glimmende Augenpaare trafen und bemaßen sich. Es mochte bloß der Bruchteil einer Sekunde sein, bis auf Xolschs Lippen sich ein grimmiges, wölfisches Grinsen schlich.
"Du hast mich also gefunden..."
Der Einbrecher erwiderte kein Wort, aber der Dunkle nahm durchaus zur Notiz, dass die geballte Faust um den Dolch vor Zorn bebte und sich die Knöchel anspannten, um sich keinen Herzschlag später in einem Ansturm zu entladen!

"Was in aller Welt ist denn hier geschehen?" Der Wachmann schnaubte unwohl und ließ den Blick durch das Zimmer schweifen. Der unsägliche Lärm hatte ihn und seinen Kollegen zum kleinen Haus geführt, aber glücklicherweise war er schon nach wenigen Sekunden verstummt.
Mit der Axt im Anschlag schritt er entschlossen am eingebrochenen Fenster vorbei und musterte flüchtig die Glasscherben am Boden. Noch schweratmig vom Spurt stapfte der Zwerg weiter, nun mit Blick auf die Treppe, welche tiefer in das Haus führte. Ruß verschmierte die Wände, sodass der schmale Flur nun wie ein klaffender, schwarzer Schlund wirkte, als ob ein Feuer getobt hätte - bloß dass die Einrichtung verschont geblieben war.
"Komm!" Er schritt vorsichtiger weiter. Der Geruch von Asche kitzelte in der Nase. Die Wache stieg über den leblosen Hundekörper am Boden in das zweite Zimmer. Umgeworfener Sessel, hie und da Brandspuren, ein umgestürztes, leeres Bücherregal, Bettdecke und Laken lagen am Boden. Aber weit und breit keine Spur von einem Hausbesitzer. "Bei Muradins Barte, es ist leer! Hier ist niemand!", brüllte der Zwerg kraftvoll hoch und vernahm mit einem Brummen die Anwort: "Wie ist das möglich?! Wir waren direkt vor Ort! Es kam niemand raus!"
Das würde einen verdammt seltsamen Bericht abgeben - wie er Nachtschichten doch hasste.
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Fr Feb 26 2016, 18:46

Tagebucheintrag
Magie ist mächtig.
Magie macht süchtig.
Magie verdirbt.
Magie ist eine Wissenschaft für sich... sagen die Magier. Eines der Gesetze lautet auch, dass arkane Magie Dämonen anlockt. Aber wollt Ihr meine Meinung dazu wissen? Wahrscheinlich nicht, aber da es sich um mein Tagebuch handelt, sei dies nun mein Problem. Ihr steckt letztendlich eure Nase in fremder Angelegenheiten. Aber zurück zum Thema: Nicht die Dämonen sind die Gefahr, sondern der Narr, welcher sie ruft. Einige Magier glauben, sie hätten die Kunst der Zauberwirkerei für sich gepachtet. Als wären sie die Krone der Schöpfung, dabei sind sie bloß die Spitze des Eisbergs. Kommen sie dem Feuer zu nahe, dann schmelzen sie dahin und ersaufen in ihrer eigenen Eitelkeit und Arroganz.
Immer und immer wieder impfen sie die Gesetze der Magie in die Umgebung, aber reflektieren sie je ihr eigenes Handeln? Ich sehe Besen, die ihren Dreck von alleine fegen, Bücher die aus Regalen in die Hände schweben, Kerzen, die neben dem Nachttisch schweben. Bei den Ahnen, eine ganze Stadt wird in der Luft gelassen! Es sollte ein neues Gesetz geben:
Magie macht faul.
Meinesgleichen wird wiederum als Barbaren behandelt, als seien wir nicht besser als ein Höhlengnoll, der zufällig über eine Donnerbüchse der Magie stolperte und damit auf dem Boden hämmert.

An dieser Stelle muss ich zum weiteren Verständnis weiter ausholen:
Magier meinen, dass man alles in ein Korsett aus Formel, Geste und Foki schnüren muss. Es gibt keine Luft zu atmen, denn jeder Zauber steht Schwarz auf Weiß in den Büchern niedergeschrieben. Sie studieren, sie lernen. Wahre, kluge Köpfchen, möchte ich doch meinen. Logik ist deren ganzes Leben. Logik und Herz gehen jedoch dummerweise häufig nicht Hand in Hand.
Ein Zauberer hingegen hat verstanden, dass Magie mit Herz geführt werden kann und tut genau dies.
Nun sind Magier allerdings auch nur lebendige Wesen und Perfektion existiert bloß in einer idealistischen Traumwelt, die durch den Denker festgelegt wird. Sie verbannen ihre Gefühle aus dem Zauberwirken und sagen, dass es sonst zu gefährlich sei.

Danke, dass Ihr fragt, denn ich glaube, dass es wesentlich risikoreicher ist zu denken, man könne sich selbst austricksen.

Halte ich einen Gnoll mit einer magischen Donnerbüchse nun für bedrohlich, weil er im Wutrausch wild um sich schießen könnte?
Aber selbstverständlich.
Bloß ist ein Zauberer weit davon entfernt ein wutschnaubender Gnoll zu sein. Falls dem so ist, dann ist er es wenigstens nicht für lange Zeit. Versteht das ein Magier? Leider nein, soweit ich es lernte. Ohnehin glaube ich, dass mein Clan eine besondere Beziehung zur Zauberei entwickelt hat. Uns nahmen keine Hochelfen an die Hände, damit wir in ein Korsett geschnürt werden, während wir meinen, dass es doch mit dem violetten Ballkleid aus Prunk und Logik ganz schick aussieht, obwohl wir kaum Luft bekommen. Bedauerlicherweise bewahrte das Besinnen auf die Logik in der Vergangenheit nämlich nicht manchen Magier vor sich selbst. Lernt ein junger Mensch, dass er die Krone der Schöpfung ist, weil er den Intellekt besitzt Magie wirken zu können, dann wird er unweigerlich auch zur Arroganz erzogen. Natürlich schmückt er sich mit den Federn des Verantwortungsbewusstsein, doch es gibt einen Drahtseilakt...
… denn wenn dieser junge Mensch nun zur Überzeugung gelangt, dass ihm auch eine Krone gebührt, was geschieht dann?
Kein Wunder, dass sich die Mehrheit aller vernunftbegabten Wesen vor Zauberwirkern fürchtet. Nehmt diesen Ratschlag an, falls ihr je diese Zeilen lesen solltet: Haltet Euch nicht für überlegen.
Ihr seid es nämlich nicht.
Eine Regel gibt es, die niemand überlisten kann: Das Leben ist endlich.

Alles muss einmal sterben. Den Tod kann niemand überlisten, denn der Verfall setzt früher oder später überall ein. Selbst ein Nekromant kann es nicht verhindern, bloß hinauszögern. Ich glaube, dass mein Clan diese Regel schmerzlich begreifen musste, um die Lehre zu ziehen.
Wir krochen in den Schatten, nahe am wärmenden Feuer, sehnten uns nach mehr mit einem Blick nach Oben. Gier wird einem zum Verhängnis, denn sie ist auf Dauer unstillbar und geht mit Überheblichkeit zum Traualtar, bevor sie ihr Kind ins Grab stoßen. Wenn ein Magier nun also einen Zauberer barbarischen schimpft, möchte ich die Hände über den Kopf zusammenschlagen und den Kerl in den Dreck stoßen.


Wir sollten alle genau dort unseren Anfang nehmen. Im Dreck.
Durch den Schlamm robben, bis unsere Augen vom Schmutz brennen und die Knie blutig aufgeschürft sind. Die dunkle Tiefe und die kargen Stollen lehren uns die wichtigste Lektion. Nicht unbedingt „Demut“, aber es kommt dieser Empfindung nahe: Wer auf der Spitze des Berges steht, kann auch verflucht tief fallen.
Wer versucht sich über seine eigene Menschlichkeit zu stellen und seiner Gefühle zu verschließen, der kann von ihnen überwältigt werden, wenn er am wenigsten damit rechnet.
Besinnt Euch euren Wurzeln und versteht, dass in Eurem Herzen die wahre Stärke schlummert. Wir wurden mit Instinkten geboren, um zu überleben. Sie wurden uns mit in die Wiege gelegt, warum also sich nicht dieser besinnen und bedienen?
Ein Zauberer hört auf seine Instinkte, aber das macht ihn nicht zu einem wilden Tier.


Die Dunkeleisenzwergin setzte nach dem Satz die Schreibfeder vom Pergament behutsam ab und betrachtete die letzte Zeile mit nachdenklicher Miene. Ohne hinzusehen tunkte sie geistesabwesend die Federspitze ins Tintenfass und begann auf der Unterlippe zu kauen.
Sekunden verstrichen, bis sie tief Luft holte und konzertiert weiterschrieb.

Er war es dann schon vorher... und somit macht es keinen Unterschied welcher magischen Tradition er folgt.

Luzulas dünne Finger verkrampften um den Gänsekiel, den sie unvermittelt ablegte, bevor sich ihre Hände in den Haaransatz vergruben und die Kopfhaut harsch massierten.
Unter der Schädeldecke begann das Pochen wieder schmerzhaft zu wummern. Mit einem resignierten Seufzer schob die Zauberin das Buch von sich fort. Mehrere Minuten blieb sie am Schreibtisch sitzen und begrub den Kopf unter den Armen, bis sich ihr Gesicht schwerfällig anhob und ein glühendes Auge auf die flackernde Kerze richtete. Etwas entschlossener wurde die Feder wieder zur Hand genommen und nochmal auf das Pergament abgesetzt.

Abschließend lässt sich wohl festhalten, dass es sich mit Magiern und Zauberern wohl so verhält, wie zwischen Eis und Feuer. Wir leben in unseren eigenen Welten und wenn wir aufeinander treffen, dann wird dort kein Gras mehr wachsen.


Die aschgraue Zwergin fügte nun hastiger eine Randnotiz in krakeligerer Schrift hinzu.

Nicht vergessen: Im Sanktum wieder nach einem Lehrlingsaustausch fragen!
Irgendwer muss deren Novizen schließlich mal zurück auf den Boden der Tatsachen stoßen.
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Do März 03 2016, 13:57

Der Beginn der ersten Reifeprüfung
Die Sonne hatte keine Chance gegen die dichte Wolkendecke. Aschgrau und lückenlos schob sich der Himmel als eine einzige Masse weiter, aber richtiger Regen war ohnehin nicht zu befürchten.
Die Dunkeleisenzwergin atmete tief die trockene, heiße Luft ein, füllte die Lungen mit dem Geruch von Schwefel, Qualm und verbrannter Kohle und seufzte schließlich gedehnt aus. Aus dem staubigen Erdreich quollen farbige Dämpfe, die löchrige Türme über die Laufe der Jahre errichtet hatten. Farbtupfer in der trostlosen Landschaft, die sonst durchzogen von Lavaströmen war wie ein Adergeflecht. In der Ferne ragte der Schwarzfels wie ein unheilvoller Koloss düster auf, aber lange behielt die Zauberin nicht ihre glühenden Augen auf die alte Heimat gerichtet. Die lodernden Pupillen richteten sich stattdessen auf Garbolosch – ihren Lehrling.
„Es ist soweit, Granitfunke.“
Das Lager war noch ruhig, förmlich unberührt. Die Glut der Feuerstätte glimmte noch schwach und in den Zelten herrschte bis auf ein leises Schnarchen Stille. Allerdings standen in Luzulas und Garboloschs Mienen keine Schmunzler, sondern ernste Blicke, die einander trafen.
„Drei Jahre dauert deine Lehre mittlerweile und hast den ersten Abschnitt scheinbar bewältigt, auch wenn du dich noch am Anfang befindest. Jedoch hast du dich bewiesen. Geduld und Beharrlichkeit sind auch die Tugenden eines Pyromanten. Wir haben mit Waffen trainiert und du hast grundlegende Zauber verinnerlicht. Alles hinter den sicheren Mauern Eisenschmiedes...“
Die Zauberin schrägte leicht das Haupt und trat an den jungen Dunkeleisenzwerg heran, um die leichte Lederrüstung nochmal von allen Seiten in Augenschein zu nehmen, die er am Leib trug. Nach einer Weile legte sie allerdings eine Hand auf seiner Schulter ab und drückte fest zu.
„Wir sind Krieger, Garbolosch... Ich kann dir noch viel mehr beibringen, aber was nützt dir das behagliche Wissen? Nicht das gelesene oder sanft gesprochene Wort wird dich je auf die Brutalität eines Kampfes vorbereiten können. Es schärft nicht deine Sinne. Es verwöhnt dich. Das Waffentraining mit deinen Verbündeten? Die Nase hinter den Büchern? Die Meditation und Zauberstunden an der Großen Schmiede oder im Militärviertel? Dies sind bloß die ersten Grundlagen, aber hier draußen in der Sengenden Schlucht zählt mehr als das. Hier zählt der eiserne, unbändige Wille! Entweder du hast diese Stärke, oder du versagst. Wenn du bereit bist dich selbst zu überwinden, dann bist du es auch wert ein Pyromant zu werden. Aber diese Stärke kann dir niemand lehren, denn sie steckt schon in dir oder nicht. Es wird Zeit zu prüfen, ob du der weiteren Lehre gewachsen bist, Garbolosch. Ich glaube an deine Kraft, denn in den letzten Jahren habe ich dich nie meckern oder jammern hören. Im Stillen hast du jede Lektion ertragen und dich den Aufgaben gestellt. Enttäusche dich und mich nicht, sondern meistere diese Prüfung!“
Die graue Zwergin drehte sich abrupt ab und schritt mit raschelnder Robe zum Gepäck, um mit nur wenigen Habseligkeiten zurückzukehren und dem Lehrling hinzuhalten.
„Hier ist ein Trinkschlauch mit Wasser.“
Wenn er Glück hatte, würde es vielleicht für zwei Tage ausreichen. Womöglich auch drei, wenn er sparsam damit umging, aber die brennende Hitze würde seinen Vorrat rasch in Dampf auflösen, sofern Garbolosch das Wasser nicht trank.
„Hier ist ein Dolch.“
Die gebogene Waffe erinnerte mehr an eine Kralle. Um den Griff war weiches Leder geschlungen und offenbar lag es auch gut in der breiten Hand des jungen Steinmetzes. Schweigend und aufmerksam hatte er Luzula zugehört. Auch jetzt war kein Murren zu hören, sondern er nickte gehorsam, als er beide Sachen an den Gürtel hing.
„Überlebe! Wir sehen uns in einer Woche beim Flammensternposten südlich des Schwarzfelses – oder wir müssen nach deinen Überresten in der Brennenden Steppe suchen.“
Mehrere Herzschläge vergingen, in denen Lehrmeisterin und Schüler sich noch gegenüberstanden. Feiner Ascheregen begann sachte und unter zarten Prasseln auf die beiden Zwerge herabzuregnen, als Garbolosch das Wort erhob. „Aye, Kanzlerin.“
Luzula neigte ihr Haupt und sah dem Lehrling still nach, als er sich mit grimmiger Miene in den Wind stellte und seine schweren Schritte ihn entschlossen vom Lager wegführten. Noch in Gedanken blinzelte die Zauberin dem Schwarzfels entgegen, welcher hinter dem weißen Ascheregen nur noch wage zu erkennen war.

Wir alle sollten im Dreck kriechen, denn er lehrt uns Stärke und er stählt unseren Willen zum Überleben. Wer den Schmerz nicht verträgt oder würdigt, wird entweder daran zu Grunde gehen oder später an der eigenen Arroganz.
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Garbolosch



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BeitragThema: Die erste Reifeprüfung   Mo März 07 2016, 20:39

Mit ernster Miene und festen Schritten wandt sich Garbolosch von der Kanzlerin und dem schlafenden Lager ab.

Seine Prüfung hatte begonnen. In einer Woche würde er die Mitglieder des Flammenhortes am Flammensternposten, südlich des Schwarzfelses, wiedersehen und bis dahin hieß es durchhalten.
Doch die Gedanken des jungen Duneleisenzwerges rasten. Er war kein Wildniskundiger. Seine Kenntnisse reichten gerade einmal aus, um einfache Wunden zu versorgen und kleine Tiere zu fangen.
Erst als er nach vielen Schritten das Lager hinter sich gelassen hatte, blieb er stehen und blickte in den Wolken verhangenen Himmel. Einige Zeit verfolgte er die über den Himmel peitschenden Gebilde.

Nur ruhig Blut, nicht die Nerven verlieren.
Dem Zwerg waren die Kleidung am Leib, eine Axt, ein Dolch, der Wasserschlauch und eine Karte geblieben.
Etwas Undeutliches brummelnd blickte er auf die Karte und führte seine Schritte tiefer in die Sengende Schlucht.

Erst als die Sonne, die hinter dem dicken Wolkenvorhang nur ab und an als schimmernde Scheibe zusehen war, im Zenit stand, nahm Garbolosch schnaufend auf einem Felsen Platz. Vorsichtig, als wäre es das zerbrechliche Geschirr seiner Großmutter, schraubte der Dunkle den Trinkschlauch auf und nahm einen Schluck daraus. Widerlich warm war das Wasser bereits geworden und auch der Staub bahnte sich allmählich seinen Weg durch die Kleidung. Schnell verschloss er den Trinkschlauch um das köstliche Nass nicht zu verschwenden.

Die Füße trugen den Zwerg weiter durch die trockene, heiße vom Staub erfüllte Luft und was als kleines Gefühl im Magen begann wurde mit fortschreitender Stunde zu einem lauten Knurren.
Immer wieder blickte der Dunkle sich nach etwas Essbaren und einem Unterschlupf für die Nacht um. Und auch wenn es in der Sengenden Schlucht niemals wirklich kalt wurde, stapelten sich schon einige trockene Äste in Garboloschs Arm.
Am späten Nachmittag erhaschte der Zwerg schließlich einen Blick auf ein Aschehuhn, das geradewegs hinter einem Felsen verschwand. Kurzerhand ließ der Dunkle die trockenen Äste fallen und setzte dem Huhn nach. Gerade als das Huhn schon um den nächsten Felsen biegen wollte, machte Garbolosch einen Hechtsprung nach dem Tier. Staub wirbelte auf, doch statt dem Huhn umschlossen die Hände des Zwergen nur einen Stein. Verflixt waren diese Viecher schnell! Brummelnd rappelte der Zwerg sich auf und blickte sich nach seinem Ausreißer um. Da! Zwischen zwei weiteren Felsen nahm das Huhn Reißaus. „Diesmal kommst du mir nicht davon.“ brummelte der Dunkle und in der Hand des Zwergen erschien ein Feuerball. Mit einem gezielten Wurf schoss die flammende Kugel auf das Huhn zu und streckte es nieder. Innerlich jubelnd sammelte Garbolosch seine Beute und die fallen gelassenen Äste wieder auf, um endlich einen Platz für die Nacht zu finden.

Unter einem Felsvorsprung bearbeitete Garbolosch das Aschehuhn und sicherlich wäre jedem Kundigen die Tränen der Schmach in die Augen gestiegen, wenn er den Dunklen dabei beobachtet hätte, wie dieser das Huhn rupfte und schließlich zerlegte.
Über einem, in eine Erdkuhle eingelassenen, kleinen Feuer wendete Garbolosch das aufgespießte Huhn und machte sich nach einiger Zeit gierig über das Tier her. Die Innereien und Knochen vergrub er einige Schritte abseits von seinem improvisierten Lager.

Das Flüstern des Windes. Unheimliches Knacken der abkühlenden Felsen. Alles dies ließ Garbolosch mehr als einmal in der Nach aufspringen und sich wachsam umsehen.
Nach dieser ersten unruhigen Nacht war der Zwerg fast erleichtert als die Sonne aufging.


---------------


Die Hitze war bald unerträglich. Das Atmen fiel durch die Dämpfe und den Staub schwerer wie am vorangegangenen Tag.
„Wie komme ich nur an Wasser?“ Diese Frage schwirrte seit dem Morgengrauen Garbolosch durch den Kopf. Und schließlich fiel ihm eine längst vergessen geglaubte Lehrstunde ein. Mit der flachen Hand schlug sich der Zwerg gegen die Stirn. Natürlich. Wo Pflanzen sind, da muss es auch Wasser geben. Die zweite Möglichkeit jagte ihm einen Schauer über die staubige Haut. Sein eigenes Wasser trinken.
Noch war etwas von dem kostbaren Nass im Trinkschlauch, doch es würde nicht mehr lange reichen.

Der Schmerz in den Füßen war schon zu einem ständigen Begleiter geworden als der junge Zwerg einige Feuerblüten entdeckte. Mühsam buddelte er mit dem Dolch und seinen bloßen Händen in der harten Erde, ehe er ein kleines Wasserreservoir freilegte. Mit einem Ruck riss er ein Stück Stoff von seinem Umhang ab und legte es über die Öffnung von seinem Trinkschlauch ehe er soviel Wasser wie möglich hinein schöpfte. Der Stoff vermied zwar nicht den Sand im Wasser, aber zumindest größere Erdklumpen.

Zum Abend hin hielt Garbolosch die Augen auf, um einen geeigneten Platz für die Nacht zu finden. Eine kleine Höhle schien wie dafür gemacht. Doch ein herausschauendes orange-rotes Bein hielt den Dunklen auf Abstand.

Grübelnd blickte der Zwerg sich um, aber er konnte keine bessere Bleibe finden und die Dämmerung setzte bereits ein. Wie von den Ahnen geschickt lief ein Aschehuhn quer über das freie Feld. Das war die Gelegenheit. Jetzt oder nie. Mit einem kleinen Feuerball schoss er das Huhn an, das erschrocken aufsprang. Tod war das Tier noch lange nicht, aber es hatte einiges von seiner Geschwindigkeit eingebüßt. Mit ein paar Feuerbällen, die hinter dem Huhn in den Boden gingen, trieb Garbolosch das Federvieh in Richtung Höhle.
Das Huhn, getrieben von dem Feuer im Nacken, sah die Gefahr in der Höhle nicht und so sprang die Spinne mit einem Satz auf das quiekende Tier. In diesem Moment warf der Dunkle einen größeren Feuerball auf die Spinne, um mit einem dunkeleisischen Fluch festzustellen, dass Feuer einer Lavaspinne nichts anhaben konnte. Mit der Axt in der Hand warf sich der Zwerg der Spinne entgegen. Sein Kampfgeist war entfacht. Er wollte einen besseren Unterschlupf für die Nacht wie den letzten!
Die Axt prallte auf den Panzer und die Spinne fuhr herum. Das Greifwerkzeug schlug nach dem Angreifer und zerriss einen Teil des Umhanges von Garbolosch, der soeben noch einen Schritt beiseite machen konnte. Die unglaubliche Hitze, die von dem Tier ausging, versengte bei jedem Treffer, den Garbolosch einstecken musste, die Kleidung des Zwergen. Aber auch die Axt verrichtete zuverlässig ihre Arbeit und schließlich entschwand die Spinne zischend in die mittlerweile eingebrochene Dunkelheit. Seufzend ließ Garbolosch sich in der Höhle nieder und bereitete sich auf die Nacht vor.


---------------


Durst quälte Garbolosch. Sein Mund war trocken und staubig. Schon vor Stunden hatte er den letzten Rest des sandigen Wassers aus seinem Schlauch gequetscht und die Sonne brannte unnachgiebig auf den Dunklen nieder. Seinen Hut hatte er während des Kampfes mit der Spinne eingebüßt und so blieben ihm nur die Reste seines Umhanges zum Schutz.
Er musste bald Wasser finden. Mühsam schleppte er sich vorwärts. Jeder Schritt fiel ihm schwerer. Die Beine waren nur noch eine wackelige Masse.


Doch was war das dort?

Wasser!


Mitten in dieser kargen, unwirklichen Landschaft. Alleine die Aussicht auf das kühles Nass trieb den Zwerg an und mobilisierte seine Kräfte. Er lief einige Schritte, bis er mitten in dem Nass hätte stehen müssen. Doch hier war nichts. Nichts außer Staub, Sand, Steine, Asche. Er fluchte ungehalten und trat nach einem Stein um bloß noch mehr Staub aufzuwirbeln.

Kraftlos sank er an einen Felsen. Wie sehr er sich nach einem kühlen Bier oder einem Wässerchen sehnte. Nichts wäre herrlicher. Selbst sein Hunger stand Meilenweit hinter seinem Durst zurück.
Sehnsüchtig dachte er an Eisenschmiede. Das Hämmern aus der Großen Schmiede konnte er schon fast hören. Der Hüter und die Kanzlerin huschten durch sein Blickfeld. Schienen ihm nicht auch die anderen Mitglieder des Ordens zuzuwinken? Fast schon wollte er losrennen, als sich eine in Platte gekleidete Zwergin in sein Blickfeld schob. "Deine Tochter..." Garboloschs Blick fiel auf das Bündel in den Armen der Zwergin und wollte danach greifen. Doch es ließ sich nicht packen. Fast verzweifelt versuchte der Zwerg es erneut und statt mit dem Kind auf dem Arm fand er sich mit dem Gesicht auf staubigem Boden wieder. Die Asche und der Staub hatten sich im Mund des Dunklen breit gemacht. Hustend schob er sich in eine sitzende Position und versuchte sich zu orientieren.

Wie lange hatte er hier gelegen? Seine hämmernden Kopfschmerzen und die weitergezogene Sonne sprachen von einer ganzen Weile. Doch neuer Mut machte sich in Garbolosch breit. Er wollte seine Tochter wiedersehen.

Widerwillig rappelte er sich auf die Füße und schnürte die Hose auf. Dann musste es das eigene Wasser sein. Besser als hier zum nächsten Abendessen zu werden.


---------------


Im Schwarzfels war der Ring in greifbarer Nähe als Garbolosch am nächsten Morgen seinen Unterschlupf verließ. Er hatte fast die Hälfte der Strecke hinter sich gelassen, doch es waren auch schon drei Tage vergangen.
Das Gelände wurde schroffer und der Staub weniger. Doch die Hitze und der Wind ließen nicht nach. Immer wieder musste der Zwerg kehrt machen und einen anderen Weg suchen um den Lavaströmen auszuweichen.
Sein Gesicht war verrußt und auch seine Kleidung war starr vor Dreck und Schweiß.

Mit dem sandigen Wasser aus Wurzeln konnte er seinen Durst soweit stillen, dass er ihn klar denken ließ. Seinen Hunger befriedigte der Dunkle mit Ratten.
Ratten! Niemals hätte er sich träumen lassen, dass er diese kleinen Nager mit langen Schwanz essen würde. Doch in dieser Einöde kamen sie ihm schon vor wie ein Festmahl.


Stunden später, als der Dunkle sich schon eine ganze Weile am äußeren Ring befand, stieß er auf eine Hausruine. Vorsichtig durchkämmte er die Trümmer und stellte zu seinem Glück fest, dass sie leer war.
In einer Ecke machte er es sich bequem und das erste Mal, seid dem er das Lager vor drei Tagen verlassen hatte, war es windstill und die Hitze ließ sich aushalten. Die Müdigkeit und Erschöpfung übermannten den Zwerg und so bekam er nicht mit, dass in einem anderen Teil des Hauses fremde Gestalten ebenfalls einen Unterschlupf suchten.
Die gebellten dunkeleisische Befehle schreckten Garbolosch auf. Die Stimmen klingelten fast in seinen Ohren, hatte er sich doch in den letzten Tagen an die Stille und das stetige pfeifen des Windes gewöhnt.

Er wagte kaum zu atmen und blickte nur vorsichtig um die Ecke, um mehr von den Besitzern der fremden Stimmen zu erfahren.

Fünf Dunkeleisenzwerge machten es sich heimelig in der Ruine. Doch aus den Gesprächen ließ sich schnell heraus hören, dass die Zwerge nicht zu den treuen Anhängern von Moira gehörten. Innerlich fluchend schob sich der Zwerg tiefer in den Schatten seiner Ecke und verharrte. Bei den Ahnen. Hoffentlich kamen sie nicht herüber. In einem Kampf wäre er ihnen klar unterlegen. Doch sicherlich hatten sie Wasser oder andere Vorräte bei sich.


Die Sonne war schon lange hinter dem Horizont verschwunden als leises Schnarchen vom Lagerplatz der fünf Dunklen erklang. Nur einer der Zwerge schien Wache zu halten, so dass Garbolosch sich leise aus der Ruine stehlen konnte. Vorsichtig suchte er mit seinen glimmenden Augen den Boden ab, bis er einige trockene Äste fand. Mit einem Stück von seinem sowieso schon zerfetzten Umhang band er die Äste zusammen und schlich sich wieder vorsichtig zur Hausruine zurück. Stille hatte sich über das Gebäude gelegt. Er entzündete das Bündel und warf es in die Ecke, in der er die ganze Zeit verharrt hatte. Gierig griffen die Flammen nach allem was brennbar war und schon bald waren aufgeschreckte Rufe zuhören. Die fremden Zwerge mussten sich Mühe geben das Feuer unter Kontrolle zubringen, damit es nicht auf ihren Lagerplatz überschlug.
Auf diesen Moment hatte Garbolosch gewartet. Schnell wandte er sich im Durcheinander von der anderen Seite dem Lager zu und durchwühlte ihre Vorräte. Am Nachmittag und Abend hatte er schon beobachten können, wo sie diese gelagert hatten und die Ahnen standen ihm bei. Zwar hatten die Dunkeleisenzwerge bereits alles Essbare in ihren Mägen verschwinden lassen, doch konnte er noch zwei prall gefüllte Wasserschläuche ausfindig machen.

Mit eilenden Schritten verschwand Garbolosch in die Dunkelheit und suchte erst, als er die Flammen der Ruine nicht mehr sehen konnte, nach einem Unterschlupf für den Rest der Nacht.

Nachdem er hinter einem Felsen Platz gefunden hatte, öffnete er gierig den Wasserschlauch und trank einige Schlucke des kostbaren Nass. Durstlos verbrachte er die restlichen Stunden, um im Morgengrauen zum letzten Drittel seiner Prüfung aufzubrechen.


---------------


Vor einiger Zeit hatte der Dunkle schon den Ring verlassen und bahnte sich seinen Weg durch die Brennende Steppe. Die Felsen waren flacher geworden und der Staub hatte wieder zugenommen. Vertrocknete Pflanzen waren überall zusehen und ließen ahnen, dass der letzte Regen schon Wochen über das Lang gezogen war.

Bald war es geschafft. Garbolosch schätze, dass es bis zum Flammensternposten noch ein bis zwei Tagesmärsche waren und wenn er sparsam mit dem Wasser war, sollte es bis dorthin ausreichen. Zu den Ratten hatten es nun auch huschende Schaben auf den Speiseplan des Dunklen geschafft. Hatte man erst einmal den Panzer geknackt war das Fleisch gar nicht so übel.


Den Gedanken nachhängend und in der Hoffnung bald im Lager anzukommen war der Zwerg nicht achtsam genug mit seiner Umgebung. Aus einem Unterschlupf in seiner Nähe huschte etwas gepanzertes, langes, mit großen Scheren und einem Stachel am Schwanz auf Garbolosch zu.

Erst als der Dunkle aus den Augenwinkeln etwas auf sich zurasen sah, machte er einen Ausfallschritt. Doch zu langsam. Der Stachel ratschte durch die schon mitgenommene Lederrüstung und schnitt tief in die Haut des Zwergen. Der Schmerz trieb Garbolosch die Tränen in die Augen und so schlug er wahllos mit seiner Axt in die Richtung des Angreifers. Der Zwerg spürte wie die Axt auf etwas Hartes traf und sah nur noch in Schemen wie der Skorpid flüchtete.


Schemen. Sie rasten auf Garbolosch zu und umkreisten ihn. Immer wieder kamen die unscharfen Gestalten näher. Dunkel, bedrohlich wirkten sie, doch vermochte der Zwerg nichts genaueres zu erkennen. Münder bewegten sich, doch kein Laut drang an sein Ohr. Sie tanzten um ihn. Verhöhnten ihn still. Er wollte fliehen, doch sie wichen nicht.

"Über den Schatten springen..." Leise schoben sich die Worte in den Verstand von Garbolosch. Immer und immer wieder erklangen sie. Wurden stetig lauter, bis sie zu einem ohrenbetäubenden Lärm anschwollen. Der Zwerg hielt sich die Ohren zu, doch es nütze nichts, die Worte drangen durch Mark und Bein. Er schrie sie an, flehte dass sie aufhören sollten, doch der Sturm endete nicht.


Die Nacht war schon hereingebrochen, als Garbolosch die Augen öffnete. Seine Muskeln schmerzten und zwischen seinen Zähnen knirschte der Sand. Mühsam griff er nach dem Wasserschlauch und spülte seinen Mund aus.

Die Schnittwunde auf seinem Arm hatte sich leuchtend rot verfärbt und der Staub hatte auch hier keinen halt gemacht. Mit einer Hand vergrößerte Garbolosch den Riss in der Kleidung. Vorsichtig blickte er sich um und robbte schnaufend zu einem vertrockneten Strauch. Seine Muskeln schmerzten noch zu sehr um sich zu erheben.

Er goss etwas Wasser über den Schnitt und entzündete mit einer Handbewegung das trockene Gestrüpp. Mit der anderen Hand griff er nach dem Dolch und hielt ihn in die Flammen. Er wusste, was er vorhatte war in seiner Lage nicht ungefährlich. Doch es war besser als mit einer entzündete Wunde in der Steppe zu verenden. Als die Klinge des Dolches sich rötlich verfärbte zog er sie aus dem Feuer und presste sie mit einem Ruck auf den Schnitt. Mit einem Schmerzensschrei landete der Kopf des Dunklen wieder auf dem Boden und ein schwarzer Abgrund tat sich vor ihm auf. Doch er wollte nicht aufgeben, nicht so kurz vor dem Ziel.

Lange verharrte er regungslos vor dem Busch in dem es nur noch schwach glomm. Der Schmerz im Arm ließ langsam nach und der Abgrund wurde kleiner.

Als wäre Garbolosch in den letzten Stunden um 200 Jahre gealtert, erhob er sich schwerfällig vom Boden. Einen Fuß setzte er vor den anderen. Der Dunkle wagte es nicht lange Pausen einzulegen. Zu groß war die Angst nicht mehr hochzukommen, zu versagen.

Und dann tauchten sie auf. Kleine Zelte auf einem Hügel am Horizont. Das Ende der Prüfung war nahe.
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Sa Mai 21 2016, 00:55

Tagebucheintrag
Für gewöhnlich bin ich niemand, der seine Gedanken in einem Buch schriftlich festhält, aber es scheint die einzige Lösung zu sein, die mich meine Gedanken überhaupt behalten lässt.
Das wird nun für den unwissenden Leser seltsam klingen, aber wem versuche ich schon Rechenschaft abzulegen außer mir selbst?
Ich habe soviel vergessen.
Ich habe soviel von mir vergessen.
Mein Schädel ist zu einer Sanduhr geworden, bloß dass mich meine Erinnerungen verlassen und in unbekannter Zukunft wohl nur noch ein leeres Gefäß zurückbleibt. Kann man mich auch einfach umkrempeln und der Sand rieselt zurück? Das ist die kleine Hoffnung, an welche ich mich noch klammere, um nicht den letzten Funken Selbstbeherrschung zu verlieren, der mich auf der Spur hält. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich schon viele Jahre vergessen habe, aber es nicht mehr werden – oder mein geistiger Verfall an Geschwindigkeit verliert. Ein kleiner, halbwegs beruhigender Umstand.
Die Angst, eines Tages meine engsten Vertrauten nicht mehr wiederzuerkennen, bleibt.
Sie wird dann und wann zu Zorn, der sich meiner Kontrolle entzieht und nach einem wilden Toben brüllt, um die Hilflosigkeit mit Lärm verschrecken zu wollen. Bei den Ahnen, ich verliere im Vergleich zu früher so schnell die Beherrschung, dass ich mich mittlerweile schäme und kaum noch vor die Haustür traue. Die Welt erwartet Stärke. Sie erwartet ein stolz erhobenes Haupt, manchmal in Demut gesenkt, die richtigen Worte in Besonnenheit und Ruhe gesprochen. Sie erwartet, dass man seine Schwächen überwindet und nicht aufgibt. Nicht verzweifelt. Nicht wankt. Sie erwartet, dass ein Zauberer seine Gefühle in Zaum halten kann, und dennoch leben wir sie auch aus. Sich nun leidenschaftlich meiner Verzweiflung hinzugeben ist allerdings nun auch keine Option, denn schon würde ein Makel an mir kleben, was sich nie wieder rein waschen würde:
Überforderung.
Was für eine Schande wäre es denn zu zugeben, dass man mit sich selbst überfordert ist? Wie schwach, wie erbärmlich. Von was denn bittesehr überfordert, Frau Kanzlerin? Sind es die kleinen Kinder, die Sie erziehen? Die Wäsche, das Kochen, die Einkäufe für die Familie, die Ausbildung eines Lehrlings, dem Kriechen vor dem Ehemann, die diplomatischen Geschicke und die Aufgaben im Orden? Was ist daran so schwierig, Frau Kanzlerin? Sie können doch sonst alles, aber an dem bisschen scheitern Sie nun?
Ja, ich kann mir die Stimmen bereits ausmalen, die sich plärrend zu Worte melden, sollte mein geistiger Zustand jemals an die Öffentlichkeit durchsickern:
Sie ist der Herausforderung nicht mehr gewachsen.
Es ist zu viel Arbeit für sie.
Selbstüberschätzung.
Der Sturz vom hohen Ross!

Ich will nicht fallen. Nicht schon wieder, und nicht so hart. Ich will mich nicht der Gesellschaft und den gehässigen Stimmen beugen.
Ich will mein Leben behalten!

Jetzt dürfte sich die Frage stellen, was mein Leben ausmacht. Fraglos gehören meine Freunde und Familie dazu, aber auch meine eigene Essenz. Meine Erinnerungen, die mich lehrten die Kleinigkeiten zu schätzen, die mich nie vergessen ließen sich gegen den Wind zu stellen, anstatt mit dem Strom zu schwimmen. Die Hälfte meines Lebens ist verschwunden...
… und was wird geschehen, wenn ich die andere Hälfte verliere?
Was bleibt am Ende von mir übrig, wer werde ich dann sein?
Die Furcht nagt jeden Tag an meinen Nerven und jeder verdammte Tag ist ein einziger Kampf. Mal schlechter, mal besser. Die letzten Ereignisse stellen mir allerdings nun ein versiegeltes Buch vor die Nase, dass Teile aus meinem Leben birgt. Erinnerungen, die ich nicht mehr habe. Erinnerungen, die ich mehr fürchte, denn jemals zurück wünschen würde – normalerweise. Wer würde sich auch sonst an die schlimmsten Tage aus dem eigenen Leben freiwillig zurückversetzen wollen? Eigentlich niemand bei klaren Verstand, will ich meinen. Andererseits kann ich mir den klaren Verstand längst nicht mehr zugestehen und es sind immer noch meine Erinnerungen. Die wenigen, die ich besitze und ein paar, die ich zurückgewinnen kann. Mögen sie noch so grausam sein, vielleicht eine andere Zwergin aus mir machen, aber vielleicht ist es meine einzige Chance.

Die Unwissenheit darüber, was nun zu tun ist, lässt immer wieder die Wut in meinen Bauch brodeln. Es scheint kein Richtig und kein Falsch zu geben. Bloß widerlicher, grauer Matsch, der mich tiefer in den Sumpf reißt.
Nordend hat mich verändert...
Selten hat sich soviel ohnmächtiger Zorn angesammelt, der mir selbst Furcht bereitet. Ich habe ihn immer noch in meiner Brust schwelen und wenn ich nicht bald ein Ventil finde, um den steigenden Druck auszugleichen, dann mögen uns die Ahnen beistehen. Wenn selbst mein eigener Ehemann nicht sicher vor mir ist, wer dann...?


Die Dunkeleisenzwergin überflog mehrmals den letzten Satz und schlug das Buch geräuschvoll zu, kaum dass die letzten Tintenreste getrocknet waren und nicht mehr im schwachen Licht der Öllampe glänzten.
Sie brauchte wieder frischen Wind im Gesicht. Ein wenig Abwechslung, wieder einige Schritte aus den Mauern Eisenschmiedes heraus. Selten hatten sich die Stollen und Gewölbe so bedrückend niedrig und eng angefühlt.



Ein Familiar
Einen Familiar zu verlieren, war nicht dasselbe wie bei einem Haustier. Ein gewöhnliches Tier konnte zu einem Freund heranwachsen und seinem Besitzer ein treuer Gefährte sein. Hund und Jäger bildeten eine Einheit auf der Pirsch und mussten sich aufeinander verlassen. Fraglos ein starkes Band. Ohne Zweifel ein Verlust, wenn der jahrelange Begleiter starb. Ein Familiar war allerdings weder gewöhnlich, noch bloß ein netter Freund.
Ein Familiar war im entfernteren Sinne ein Teil seines Meisters. Wenn ein Magiekundiger eine kleine Kreatur unter seine Fittiche nahm und in einem Ritual zu einem magischen Geschöpf werden ließ, dann woben sich nicht nur arkane Stränge zu Zaubern, sondern einem Band zwischen beiden.
Mit der Zeit fühlt der Zauberer, was sein Familiar empfindet und umgekehrt ebenso. Glückliche und schmerzliche Zeiten werden miteinander zwangsläufig geteilt und man gewährt sich tiefe Einblicke in den eigenen Geist. Näher können sich sogar Liebende nicht sein, denn dieses Band ist einzigartig. Wunderschön, brandgefährlich. Es ist Stärke und Schwäche zugleich. Unheimlich persönlich und der Familiar wird mehr als nur ein possierlicher Begleiter, der seinem Meister mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Der Familiar unterstützt den Zauberer in jeder Hinsicht und das Band festigt sich, je länger es Zeit hatte zu gedeihen. Es ist keine Einheit, wie bei Jäger und Hund. Dies waren immer noch zwei Individuen, die einander gut verstanden und eingespielt waren. Meister und Familiar wurden mit der Zeit einander ähnlicher. Aspekte des Tieres fanden sich beim Zauberer und der Intellekt des Herrn reicherte die Gedankenwelt der Kreatur an.
Man konnte gewagter behaupten, dass Meister und Familiar eins wurden.

Stirbt der Meister, verliert auch der Familiar durch das gewobene Band sein Leben.
Haucht jedoch der Familiar seinen letzten Atem, tötet es zwar den Meister nicht, aber bei klaren Bewusstsein zu erleben, wie der engste Vertraute Schmerzen erleidet, Angst und Furcht hochkochen, der Wille am Leben zu klammern seine Gedanken erfüllt, um es dann doch wie Sand zwischen den Fingern zu verlieren... das war die eigentliche Tragödie.
Man erlebt den Tod, ohne selbst zu sterben. Man fühlt den Tod, atmet jedoch weiter.
Der Verstand kann diese Bürde nicht bewältigen, sondern kollabiert im Angesicht der Überlastung und dem Zusammenbruch des empathischen Netzes.

Zeit heilt alle Wunden, heißt es.
Luzula blieb nichts weiter als dieses Sprichwort und die klamme Hoffnung, dass es recht behalten sollte...
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Sa Mai 21 2016, 19:09

Plot: Blutroter Sumpf

Grüße Hortler!

Der Plot ist seit Dienstag (17.5.) offiziel beendet und die Dunkeleisenzwerge befinden sich seit Mittwoch wieder in Eisenschmiede, um die Wunden zu lecken und das Erlebte zu verdauen.
Allerdings habe ich noch einen kleinen Nachtrag hinzuzufügen, der IC noch seine Relevanz hat Smile

____________

Wo ist eigentlich... Lucito?
War er nicht die ganze Zeit in der Nähe gewesen? Starrte überwiegend nachdenklich in die Wolken oder zum Mond auf? Oder war das alles letztenendes bloß ein Trugschluß?

Als der Dämon bezwungen wurde und die Zwerge wieder auf Azeroth zur Besinnung kamen, war weit und breit kein Gnom zu sehen.
Herr Manazunder scheint wie vom Erdboden verschluckt worden zu sein. Im Schattenhochland gibt es keinen Hinweis auf seinen Verbleib. Ganz zu schweigen von den Widdern, aber... die Tiere sind das eine. Der Gnom Lucito, Wissenhüters im Orden, ist etwas ganz anderes.

____________

Lucitos Spieler und ich haben uns eine Weile zusammengesetzt und darüber nachgegrübelt, wie man seine Abwesenheit aus dem Plot und dessen Ende vernünftig begründen könnte. Er schlug diese Idee vor und da sie in diesem Plot durchaus umsetzbar ist, sei euch, liebe Hortler, nun diese Info also gegeben!
Was ihr daraus im Rollenspiel macht, sei ganz euch überlassen.
Dieses Posting dient in erster Linie bloß zur Erklärung und Informationsweitergabe, dass Lucito scheinbar verschwunden ist.

Ihr habt Nachfragen? Stellt sie ruhig Ingame Wink

Liebe Grüße,
Luz
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Garbolosch



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   So Jun 19 2016, 23:24

Alte Lasten, Teil 1

Mit einem Gruß betritt der Dunkeleisen die Botschaft in Eisenschmiede.
In der Stube erwartet ihn schon eine Zwergin seines Volkes. Sie tritt lächelnd, mit offenen Armen auf den Zwergen zu. „Garbolosch, wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen!“.  
Abrupt verschränkt der Dunkle seine Arme und nickte der Frau zu. „Was willst du?“.
Das fröhliche Gesicht der Zwergin wird zu einer ernsten Miene. Schnell reichte sie ihm einen dicken Brief, „du hast nie geantwortet. Daher bin ich geschickt worden. Damit die Nachricht ankommt!“.
Mit einem kurzen Ruck reißt der Dunkle den Brief aus ihrer Hand.
„So ist das also, sie haben dich als Laufburschen geschickt?!“. Garbolosch schnaubt belustigt aus, ehe seine Augen rot glimmen.
„Warum sollte ich diesen Brief lesen? Weißt du was ich mit den letzten getan habe?“ Eine kleine Flamme umspielt die freie Hand des Zwergen, die er immer dichter an den Brief heranführt.
„Du hast den Weg umsonst gemacht!“

„Nein! Warte!
Es muss wichtig sein, ich wurde sofort geschickt. Es war noch nicht einmal Zeit um den nächsten Morgen abzuwarten.“

Schwer atmend betrachtet Garbolosch den Brief in seiner Hand und Minuten verrinnen, ehe der Zwerg sich wieder regt.
Die Flamme, die eben noch seine Hand umspielte, flackert und erlischt schließlich.

Vorsichtig, als könne er explodieren, öffnet der Dunkeleisen den Brief. Sein Blick huscht über die Zeilen bis das Glühen wieder in seine Augen zurückkehrt. Mit einer raschen Handbewegung geht das Papier in Flammen auf.

Entsetzt will die Zwergin aufschreien, doch Garbolosch unterbricht sie harsch. „Warte hier und halte dich bereit für die Abreise!“

Mit schnellen Schritten verlässt der Zwerg die Botschaft. Seine Füße tragen ihn ins Dunkle Viertel aus dem er nach kurzer Zeit, mit einem Rucksack auf den Schultern, wieder zur Botschaft zurückkehrt.

„Wir reisen ab!“




Zitat :
Ein schlichtes Pergament erreicht das Ehepaar Siedefaust.
In krakeligem Dunkeleisen steht dort geschrieben:

„Werter Hüter,
werte Kanzlein,

ich muss für einige Zeit Eisenschmiede verlassen und mich von alten Lasten befreien.

gez. Garbolosch Granitfunke“


Zuletzt von Garbolosch am Mi Jun 29 2016, 22:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Grindol



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BeitragThema: Die endlose Pein   Sa Jun 25 2016, 00:40

Ein alter Greis sitzt an einem Tisch tief im Keller des Hauses, viele der Anhänger bezeichnen es als Labor, doch ist es das wirklich ? In den letzten Wochen wurde es still um den zwielichtigen alten Greisen.
Er hatte sich im Labor eingesperrt, zurückgezogen von all den Ereignissen die oben an der Oberfläche passieren mögen, Grindol interessierte sich dafür nicht ! Um ihn herum lagen Bücher und geschriebene Notizen, er war gerade dabei ein Stück Pergamentpapier zu beschriften.

Gerade als er die Feder ins Tintenfass tauchen wollte, wurde er von seinem Trollwelpen unterbrochen. Dieser lag angekettet auf dem Labortisch und stellte fest, er ist nicht mehr zu Hause.
Mit aller Kraft versuchte er sich von den Ketten zu lösen, doch die Kraft des Welpen reichte nicht, um diese zu brechen. Grindol drehte sich zu dem Trollwelpen um und beobachtete ihn ein Weilchen, wie der Welpe sich zu befreien versuchte.

Der Trollwelpe war jung, er hatte noch viele Jahre vor sich, ehe er ein erwachsender Troll sein wird. Dennoch war in seinen Augen pure Verachtung zu sehen, er sprach auf trollisch :" Wir nennen dich Greis des Todes, du bist für viele Morde an meinem Volk verantwortlich ! Eines Tages wird dich mein Volk in die Hände bekommen und zerquetschen" !

Der Greis grinste und antwortete :" Zu gerne würde ich dich verstehen, doch deine Sprache klingt meines Volkes nicht würdig, und ich will mich nicht mit solch einer niederwertigen Aussprache auf euer Niveau begeben. Dennoch kann ich mir denken, dass du in mich einen Mörder siehst, doch ich tue der Welt nur einen Gefallen."

Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, nahm er einen Dolch von dem Schreibtisch und ging auf den Trollwelpen zu. Mit einem freudigen Pfeifen vollbrachte der alte Greis sein Ritual, er nahm dem Welpen die Möglichkeit zu sprechen. Langsam und von den letzten Schreien des Trolles begleitet, entfernte er die Zunge.
Die herausgeschnittene Zunge wurde auf den Boden geworfen und die Schnecke Luzi fraß sich an dem kleinen Happen satt. Der Welpe hat jeglichen Zorn aus seinen Augen verloren, es durchlief ihn die endlose Pein, die ihm der Alte zugefügt hat. Die Tränen des Welpen wurden mit Hilfe einer Phiole aufgefangen und der blutige Dolch wurde anschließend sauber gewischt. Anschließend streichelte der alte Greis den Trollwelpen über die Wange und sagte : " Deine Sprache ist in diesen Hallen nicht von Nutzen. Du wirst mir nun dienen, ich werde mit dir einige Versuche durchführen, du wirst Zeuge meiner Genialität werden ! Du wirst sowohl Freude als auch Schmerzen erleiden, doch jedes Mal werde ich da sein, um dich von deinem Leid zu erlösen"

Die Schnecke Luzi piepste einmal, es war wohl eine Befürwortung für die Worte seines Herrn und Meisters.


Der Troll sah den Greisen nur noch mit schmerzerfüllten Augen an, weitere Qualen blieben ihn erspart, denn mit viel Liebe und Zuwendung behandelte der Greis die  Wunden. Sogar Wunden aus vorherigen Zeiten wurden von dem Greisen behandelt.
Anschließend gab er dem Troll noch eine warme Decke und deckte ihn bis zum Hals zu, als wäre es sein eigenes Kind. Der Troll wusste nicht was mit ihm geschah, den seltsamen dickflüssigen Trank den er zu sich nehmen musste, ließ ihn müde werden und den Schmerz vergessen.
Der Alte gab dem Welpen noch einen Gute Nacht Kuss als er die Augen schloss, dann pustete er das Licht in dem Raum aus und die Dunkelheit wurde Herr des Geschehens. Nur die rot leuchtenden Augen des Greises waren zu sehen, der sich seinen Stock nahm und zu seinem Bett im Labor wanderte.

Und das war sie ...die Geschichte mit dem Troll, der Schnecke und dem liebevollen Greisen.

Schon bald will er wieder an die Oberfläche, an der Tür des Labors steht auf der Sprache der Dunkeleisen : " Habt ihr Leid und braucht den Rat des Meisters, so will ich euch von eurem Leid erlösen. Sehnt ihr euch nach einer Umarmung, so will ich sie euch ermöglichen. Was es auch sein mag, hinterlasst mir eine Botschaft und ich erfülle euren Wunsch, gez Meister Grindol Gluteisen Heiler und Erlöser des Ordens"




OOC : Das mal ein kleines Comeback vom Greis, schließlich soll er nicht versauern und dem Rp erhalten bleiben. Meine Rückkehr kommt ausgerechnet im Sommerloch, wann ? Ich weiß es noch nicht, aber ich denke schon bald. Bis dahin würde ich mich auf RP im Forum freuen (muss nicht, will keinen zwingen). Mein Grindol ist nicht weg, er ist da ...nunja ihr wisst schon! Ich hoffe, dass euch die Info helfen wird
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Garbolosch



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mi Jun 29 2016, 22:32

Alte Lasten, Teil 2

Nachdem die Widder versorgt und der gröbste Schmutz vom Gesicht gewaschen ist führt die Zwergin Garbolosch in ein Krankenlager.

Die Betten der Patienten sind mit Vorhängen voneinander getrennt und hinter einzelnen Stoffbahnen kann man gedämpfte Gespräche oder leises Stöhnen vernehmen.

Am Ziel angekommen zieht die Zwergin einen Vorhang beiseite und gibt damit den Blick auf ein Bett frei. Unter dicken Decken liegt dort ein grauhaariger Zwerg, dessen Antlitz dem von Garbolosch ähnelt.
Die Stirn des bettlägerigen Dunkeleisen glänzt fiebrig und wird von einer älteren Zwergin, die am Kopfende Platz genommen hat, sanft mit einem Tuch abgetupft.

Als Garbolosch einen Schritt auf das Bett zumacht blickt die Frau am Kopfende auf. Über die Sorge in ihrem Gesicht schiebt sich ein Lächeln und nach einem kurzen Moment raunt sie dem Väterchen etwas zu.

Ächzend und mit Hilfe der Zwergin richtet sich der Dunkeleisen auf. Die Decken gleiten beiseite und geben den Blick auf einen bandagierten Rumpf frei.
Gerade als Garbolosch zu einer Begrüßung ansetzen will, wird er von der erstaunlich klaren und harten Stimme des älteren Dunkeleisen unterbrochen.

„Raus! Verschwinde aus meinen Augen.“

Fragend blickt Garbolosch zu der Zwergin am Kopfende. Doch sie schüttelt nur mit verzweifelter Miene den Kopf.

Schlagartig, ohne ein Wort, wendet Garbolosch sich ab und stürmt aus dem Krankenlager.
Erst als die Füße ihn ein Stück in das Gebirge getragen haben bleibt er stehen und brüllt den Felsen seinen Unmut entgegen.
Eingehüllt in seine Wut, formt der Dunkeleisen erst kleine und dann immer größere Feuerbälle die er gegen die Felsen donnert. Steinsplitter und Staub regnen auf ihn nieder, bevor er schließlich schwer atmend niedersinkt und sein Gesicht in den Händen vergräbt.
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Garbolosch



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mi Jul 06 2016, 22:39

Alte Lasten, Teil 3

Dicke Tränen rinnen in den Bart des Dunkeleisen während er aus einiger Entfernung das Bestattungsritual verfolgt.

Oft hatte er in den letzten Tage versucht mit dem Greis zu sprechen, doch sein Sturkopf machte es unmöglich.
Selbst sein Weib drang nicht mehr zu ihm durch und schließlich verging seine Lebensflamme.


Zwar verzieh ihm die alte Zwergin, doch was machte es schon?
Es war nur wie ein Tropfen auf heißem Stein.

Wegen ihm hatte er alles zurückgelassen.
Seine Familie, sein Zuhause.

Und nun?


Garbolosch schüttelt den Kopf und greift nach den Zügeln des Widders.
Mit einem letzten Blick auf das Geschehen schwingt er sich in den Sattel des Tieres.
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mo Jul 18 2016, 14:56

Auf dem Rückweg nach Eisenschmiede (Ende Weißgartenplot)
Der Gestank hatte sich festgebissen.
Er klebte an ihren Haaren, der Kleidung und lebte in der Nase als Erinnerung ständig wieder auf, als hätte er sich dort eingebrannt. Tote hatten einen Duft an sich, den man niemals vergaß. Jeder roch anders, keiner war derselbe, auch wenn sie Gemeinsamkeiten teilten. Nicht bloß süß, sondern die bitterliche Vergänglichkeit allen Lebens. Luzula hatte schon einige Tote gesehen und war nicht unbedingt an allen davon unschuldig. Die Dunkeleisenzwergin war zur Pyromantin ausgebildet worden und hatte es verinnerlicht ihr Dasein den Kampf zu widmen. Ein wahrer Kampf war ein solcher auf Leben und Tod. Entsprechend gewöhnten sich die Augen und Nase mit der Zeit an die Präsenz Verstorbener. Niemand wollte einen Zauberer haben, der angsterfüllt vor einer Leiche fortrannte...
Ja, Luzula war davon ausgegangen, dass sie schon eine Menge gesehen und erlebt hatte.
Was für ein törichter, naiver Gedanke. Die Erkenntnis, dass sie davon noch weit entfernt war, traf die Zwergin weitaus härter, als ein Schlag in die Magengrube. Die Erkenntnis kam in Form mehrerer, kleiner Leichen, die den Weg nach und in Weißgarten pflasterten. Begleitet wurden sie von einem zunächst mulmigen Gefühl, das sich immer tiefer durch ihren Leib nagte und schließlich am Herz wie ein Parasit ihr die Kraft zum Atmen, Gehen und Denken raubte. Der Anblick toter Kinder nahm der jungen Frau die Gewalt über sich selbst – paralysierte ihre Gegenwärtigkeit, betäubte den Schädel unter dem schmerzhaften Pochen. Sie fühlte förmlich, wie ihr eigenes Sein zwischen den Fingern entglitt, wenn sie versuchte danach zu greifen, um die Beherrschung wiederzufinden.
Der eigene Herzschlag wurde zum höhnischen Lachen des Parasiten, der sie fest im Griff hatte.
Bei den Ahnen, sie wusste... sie war zu einer lebendigen Bombe geworden.
Ihre Zündschnur wurde entfacht, als der letzte Fund ihren Geist bis auf die Grundmauern unheilvoll erschüttert hatte. Zwei Säuglinge.
Verhungert...
Wo sonst der Anblick Toter eine Routine bekommen hatte und eine gewisse Distanz erhalten blieb, waren diese zwei Leichname auf unheimliche Weise vertraut gewesen. Kein Abstand mehr. Keine rettende geistige Entfernung. Selbst ihrem Parasiten war der Atem gestockt. Einem Sturz in den Eissee gleich vermochte Luzula seither nicht mehr klar zu denken. Die Gedanken kreisten immer wieder um die ermordeten Säuglinge. Sie ließen die Zauberin nicht mehr los, sondern nährten einen Schmerz in der Brust, der dort gefühlt seit einer Ewigkeit schwelte und glomm – bis man ihm Nahrung gab, um in alter Frische zu brennen. Verwirrung hatte sich in ihren Verstand eingenistet und ein leises Verlangen wissen zu wollen, warum es sie dermaßen berührte...
Ein beunruhigender Wunsch, der sie bis in die Träume verfolgte und die Sorgen und Unsicherheiten der Zwergin grausam abmalte.

Ruckartig fuhr Luzula senkrecht in die Höhe und rang nach Luft, als wäre sie kurz vor dem Ertrinken gewesen und soeben durch die Wasseroberfläche gebrochen. Japsend keuchte die Dunkeleisenzwergin nach Atem, spürte wie kalter Angstschweiß ihre Haare an der Stirn verklebte und an den Schläfen herabrann. Sie zitterte unkontrolliert und krallte die dünnen Finger in den Schlafsack, während der glühende Blick sich in die düstere Leere bohrte.
Es war mitten in der Nacht. Das Schwirren von Mücken lag in der schwülen Luft. Das kleine Lagerfeuer, welches Garam entzündet hatte, war fast erloschen und der feiste Pyromant wälzte sich nun zu ihr um. Kritisch linsten die leuchtenden Pupillen zur Frau, bevor sich seine Lider beim skeptischen Gesichtsausdruck schmälerten. Luzula hörte aber seine Stimme nicht, fühlte bloß dumpf seine Finger an ihren Schultern als er sie sanft rüttelte, aber auch das holte sie nicht aus der lähmenden Starre zurück.
Ihre Instinkte befahlen sich nicht zu rühren. Der Kopf kreiste um eine klaffende Leere, die der Alptraum hinterlassen hatte und ihr Herz schlug dermaßen laut, dass es selbst die kreischenden Vögel übertönte, die ihr schriller Schrei beim Erwachen aufgescheucht hatte.

Und weit im Hintergrund der Furcht brannte eine Zündschnur im Geiste langsam, aber sicher ab...
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Di Sep 06 2016, 14:50

Freier Fall!
Luzula spürte eiskalte Luft in ihr Gesicht schlagen, hörte das Rauschen und Flattern ihrer Kleidung und den eigenen panischen Schrei, der aus der Kehle entfuhr. Ihre Arme und Beine griffen und schlugen nach pechschwarzer Leere und bekamen keinen Halt. Nichts als blanke Finsternis umgab die stürzende Zwergin und drohte sie bald zur Gänze zu verschlingen. Mit jeder verstreichenden Sekunde rechnete sie mit einem umso grausameren, schmerzhaften Aufschlag und trotzdem wollte sie sich dagegen aufbäumen. Ihre dürren Finger durchpflügten verzweifelt die Dunkelheit, während Tränen in den flackernden Augen brannten. Die Kälte brannte qualvoll auf den Lidern und hinterließ ein betäubendes Gefühl auf Haut und im Körper. Schlimmer jedoch war die Machtlosigkeit. Vollkommen gleichgültig wie heftig sie gegen das Nichts und den Fall ankämpfte, es riss sie immer weiter in die Tiefe.
Ich will nicht!
Ein dumpfer Herzschlag begann erst leise, dann umso deutlicher in den Ohren zu dröhnen. Nicht ihrer, aber vertraut und im selben Takt des eigenen, aufgeregten Herzens. Ferne Rufe mischten sich zum eigenen angsterfüllten Schrei, der ihr die Luft aus den Lungen presste. Die Stimme war fremd, aber sie wusste genau, wer da ihr brüllte.
Alanir! Ich will nicht! Nicht sterben. Nicht sterben!
Aufheulend wand sich die hagere Zwergin um die eigene Achse, wusste längst nicht mehr, wo oben oder unten sein mochte, aber irgendeine unheimliche Kraft zerrte sie immer weiter näher zu sich. Es musste der Grund sein! Der Aufschlag, der ihr alle Knochen brechen und das Leben aus dem Körper schmettern würde. Das fremde Kreischen schwoll an und bei allem, was ihr heilig war, die kindliche Stimme versetzte ihr Stiche in die Brust, die sie entweder anstacheln oder umbringen würden. Die Dunkeleisenzwergin griff noch einmal die Höhe, auf brüllend vor ohnmächtiger Wut – vielleicht ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen gegen den unweigerlichen Absturz, aber diesmal bekamen sie etwas zu packen. Erschrocken schlossen sich ihre Finger reflexartig darum und zerrten es zu ihrem Gesicht herab. Zwei winzige Schuhe lagen in ihrer Hand. Das alte Kernhundleder zeigte Gebrauchsspuren, aber würde für kleine Kinderfüße immer noch gutes Werk tun. Luzulas Augen weiteten sich, die brennenden Pupillen loderten wie frisch entfachte Kohle. Es gab noch Hoffnung!
Die junge Zwergin trampelte gegen die Finsternis an, ruderte mit den Armen haltsuchend und wurde jäh vom Fall ruckartig herausgerissen. Ihre Füße baumelten noch ohne festen Grund unter sich in der Leere und ihr eigenes Gewicht fühlte sich gnadenlos schwer an, zog sie millimeterweise tiefer, doch jemand hielt sie eisern fest.
Für einen Moment orientierungslos und noch nach Atem keuchend blickte Luzula auf... und in das altes Gesicht eines Bronzebartzwergen, der ihr warm zulächelte.
„Viel zu lange, Kindchen...“ Seine Miene verzog sich zu einem väterlichen Schmunzeln, auch wenn eine gewisse Trauer sich in den hellen Augen widerspiegelte. Er hatte sie am Handgelenk gepackt. Kraftvoll und dennoch nicht schmerzhaft. Der Griff versprach Geborgenheit und Rettung in letzter Sekunde!
„Ich kann nicht lange bleiben, aber du wirst deinen Weg finden, Kindchen. Entzünde eine Kerze, wenn du Trost suchst und lies einige Verse. Sie werden dir helfen. Ich werde über dich wachen!“ Schlagartig wurde Luzula kreidebleich, als ihr ahnte, was nun geschehen würde. Der Alte drückte ihr sanft ein Buch in die Hand, die er hielt. Sie war nicht im Stande zu sprechen. Die Kehle schnürte sich zu, als der Bronzebart scheinbar seine Substanz verlor, seine Finger wie die Schemen eines Geistes durch ihre Hand glitten...
… und der freie Fall die Dunkeleisenzwergin wieder in die Tiefe zerrte.

Japsend schreckte Luzula auf und blickte sich irritiert um. War sie eingeschlafen? Bloß ein schlechter Alptraum. Dennoch saß ein Knoten in der Brust, als sie sich leise und noch etwas schwerfällig aus dem Schaukelstuhl erhob. In kleinen Schritten schlich die Zauberin aus dem Kinderzimmer und drückte die Tür hinter sich behutsam zu. Das Haus lag in Dunkelheit, aber sie fand in traumwandlerischer Sicherheit ihr Ziel.
Still schritt die graue Zwergin an einige Kisten heran und hob ein Buch in die Hände. Zärtlich strichen die zittrigen Finger über den schlichten Ledereinband. Eine eiserne Kette verschloss das Buch sorgfältig, aber nicht für lange. Schweigend entzündete Luzula eine Kerze auf dem Schreibtisch, nahm auf einem Stuhl vorsichtig Platz und zog einen Schlüssel am Lederband unter der Robe hervor, bevor das leise Klicken des Schlosses erklang...
Es soll dir ein Licht in der Dunkelheit sein, Kindchen.
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mi Nov 16 2016, 15:53

Riesige Bücherstapel türmten sich in dem kleinen Zimmer. Der schwere Geruch alten Pergaments erfüllte die Luft und kitzelte sanft in der grauen Nase, die sich tief in einen der Wälzer vergraben hatte. Gierig überflogen die feurigen Augen die niedergeschriebenen Zeilen und verschlangen hungrig nach mehr Wissen Seite um Seite. Die Stille war zum Zerreißen angespannt, aber Luzula konnte nicht das Buch beiseite legen. Sie hielt ein Leben in den Händen und je mehr sie darüber wusste, vermochte es vielleicht ihr eigenes zu retten.
"Davon, dass du liest, werde ich auch nicht verschwinden."
Ihre Lippen pressten sich fest zusammen, als sie weiche Stimme ihr Ohr streifte. Mit einem demonstrativen Schnauben beugte sich die magere Dunkeleisenzwergin umso tiefer über das Buch und fixierte die Schrift verbohrter. "Gerade du solltest wissen, dass ich das nicht wegen dir tue."
"Ah, ist es wegen ihm?" Luzula brauchte nicht aufzusehen, um genaustens zu wissen, dass die andere Zwergin im Raum nun auf einen fellgefütterten Weidenkorb zeigte, der sich in ihrem Rücken befand. Das leise Quängeln eines Säuglings klingelte sogleich dumpf in ihrem Schädel, der ihren Blick nun doch hochdrückte. Schweigend betrachtete die Zauberin die Schwergerüstete vor sich. Schwere Plattenrüstung, Streithammer und ein Rundschild machten das Bild des düsteren Ritters beinahe perfekt. Klassisch, wie aus einem Bilderbuch entsprungen.
"Und die Schriften des Priesters..."
"... sollen mir ein Wegweiser sein. Ein Licht in der Dunkelheit, Nordgard!", erwiderte Luzula forscher und klappte seufzend den Band zusammen. "Magie hat keine Lösung parat und wird es auch nicht. Was nützen mir Feuer und Flamme, wenn das Problem hier sitzt." Sie tippte sich gegen die Schläfe.
"Du könntest aber auch genauso gut in den Schatten nach Antworten und Hilfe suchen."
Die Dunkeleisenzwergin erwiderte daraufhin nichts mehr, sondern beugte den Kopf wieder vor und strich mit den Fingern zärtlich über den schlichten Ledereinband des Buches. Das Wimmern des Kindes indessen wurde lauter, eindringlicher. Das Herz zog sich unter dem steigenden Quängeln fester zusammen und die Hände verkampften sich um den Wälzer. Sekundenlang verharrte Luzula stocksteif, bis etwas Warmes über ihre Oberlippe kroch und sie sich mit einem verärgerten Schnaufen das Blut unter der Nase wegwischte.
"Ich habe mich schon zu lange verkrochen, Nordgard. Viel zu lange. Es wird Zeit zu kämpfen und neue Wege zu finden. Gallorim hat mir diesen Weg nun in die Hände gelegt. Wenn das Licht Hilfe bieten kann, wenn es auch nur die geringste Chance darauf gibt, dann werde ich die Antwort in seinen Büchern finden."
Als sie wieder aufsah, war ihr gegenüber bereits spurlos verschwunden. Mit einem geschafften Seufzen erhob sich die Dunkle vom Boden und sammelte den ebenfalls leeren Weidenkorb mit auf, ehe sie das Zimmer in leisen Schritten verließ.
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Mo Feb 13 2017, 19:26

Die Reise zum Schwarzfels
Teil 1 - Aufbruch


Der alte Greis packte wieder mal seine Sachen, diesmal soll es zur alten Heimat gehen, den Schwarzfels.
Die kleine Schnecke Fäustchen schien sich auf einen Spaziergang zu freuen, sie zerrte an der Leine aus stabilen Eisen und der Alte grummelte sich etwas in den dichten grauen Bart. Er zwang Fäustchen zur Geduld, denn schließlich muss er das Gepäck noch einmal durchgehen, ehe es losgeht.

Für die Reise hat er nur das nötigste mitgenommen. Der Widder, den er sich von seinen Ersparnissen mietete, wird sich wohl nicht besonders anstrengen müssen, um den Zwerg mit seinem Gepäck zum Schwarzfels zu bringen.



Zusammengefasst (Reisegepäck) :


In der Proviantkiste (Widder) befinden sich :
5 kg Pökelfleisch
2 kg Käse
1,5 kg Brot
1,5 L Wasser
1,5 L Dunkelbier

In seiner Arzneitasche befinden sich :
5 Heiltränke
2 Salben gegen Brand
3 Fläschchen Schmerzmittel
2 Fläschchen Wundbrand
1 Fläschchen Lebensfreude Classic
Mörser und Schlegel

In einer Kiste befinden sich :
Bunsenbrenner
Streichhölzer
3 leere saubere Fläschchen
verschiedene Kräuter in einem verschlossenen Beutel(Silberblatt, Friedensblumen, Königsblut...)


Der Dunkeleisenzwerg nickte langsam und bestieg den Widder. Es ist kalt draußen, der Atem des Zwerges schien förmlich zu gefrieren, doch letztendlich musste auch er sich an die Kälte von Eisenschmiede gewöhnen. Schon bald wird er in wärmere Regionen seine Zelte aufschlagen, aber bis dahin muss er sich gedulden.

Fäustchen steckt hingegen die Kälte nicht so gut weg, er zieht sich in sein Schneckenhäuschchen zurück und klebt an der Seite seines Meisters auf dem Rücken des Widders.
Die tote Schnecke Luzi hockt noch immer auf der Schulter des Alten und hinterlässt einen ekelerregenden Gestank.
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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Do Feb 16 2017, 14:10

Über den Schatten springen - Teil 1

Kaum war die Türe des Ordenshauses ins Schloss gefallen, lässt der junge Dunkle seine Beherrschung fallen. Ein Schwall dunkeleisischer Flüche dringt über seine Lippen, die seine Augen wild lodern lassen.
"Dieser Verbrecher von Zwerg. Trotz, dass er Meilen entfernt ist schafft er es seine Finger in jede Wunde zu stecken und kräftig darin zu rühren!".

Vor Wut schnaubend zerrt Garbolosch einen Rucksack aus dem Schrank und wirft ihn auf das Bett. Hinterher fliegt die Reisekleidung die unsanft in die Tasche gestopft wird.

"Na warte 'Väterchen', wenn wir uns wiedersehen, werden wir das wiederholen was in Nordend geschah!".
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Luzula



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BeitragThema: Re: [Rollenspiel] Abenteuerjournal   Sa Feb 25 2017, 00:22

Bekanntmachung
Beinahe klammheimlich wird im Düsteren Viertel am Ordenshaus des Flammenhorts ein Pergament gehämmert, welches folgende Bekanntmachung öffentlich in akurater Schrift kund trägt:

"Ehre dem Rat,

mit diesen Schreiben gibt der Flammenhort bekannt, dass die Führung des Ordens die tragenden Hände gewechselt hat.
Durch einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen verschuldet und nach mehreren Jahren, in welchen Rubinfürst Garam Siedefaust das Amt mit Sorgfalt innehielt, wird der Bund wieder unter...

Ordenshüterin Luzula Siedefaust

... in die weitere Zukunft geleitet. Mit zurück gewonnener Kraft und sofortiger Wirkung wird die Ordenshüterin den Verpflichtungen und der Verantwortung folgen.

Für Khaz Modan!
Für den Clan der Dunkeleisenzwerge!
Für Königin Thaurissan!"



Auf dem dicken Pergament prangt das Wappen des Flammenhorts, eingebrannt auf dunkelroten Wachs und unter einem schwarzen Stoffband: die stilisierte Flamme.
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